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Schul-Heimat

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Schul-Heimat | story.one

Nach einem siebenjährigen Gastspiel an der Volksschule Großdietmanns hatte ich in Waldenstein meine neue "Schul-Heimat" gefunden.Obwohl ich eigentlich in Albrechts wohnte, fühlte ich mich doch mehr in Waldenstein heimisch. Nachträglich betrachtet war es doch ein ziemlich strenges Korsett aus Schule, Verpflichtungen rund um die Schule, Kirche, Sängerbund und redaktioneller Arbeit mit dem Kulturbrief, der vierteljährlich herausgegeben wurde..

"Einiduckt in a Woa", so beschreibt Schuldirektor Hans Fitzinger in seinem Heimatlied, die kleine dörfliche Gemeinde mit Wallfahrtskirche im Herzen. Eine kleine familiäre Volksschule, vierklassig, mitten im Grünen, keine geährliche Straße in Kindernähe.Dass aööe Lehrer imKirchenjahr eingebunden waren, galt als selbstverständlich- jeden Freitag, noch vor dem Unterricht die Messe, Feldbeten mit Prozession an den Bitttagen im März. Erntedank, Fronleichnam , Totengedenken waren Fixpunkte mit verpflichtender Teilnahme für Lehrer. Auch das Singen bei Weihnachtsfeiern war wichtig. Im Winter rodelten wir mit Kunstdüngersäcken die mit Stroh gefüllt waren den Schulhügel hinunter. Alle Lehrer und Schüler beteiligten sich bei Flurreinigung, ebenso bei Faschingsumzügen- Treffpunkt Bürgermeisteramt, wo die Gemeindesekretärin die Verkleideten mit Krapfen un Süßem belohnte.

Dass ds Schulsportfest an Samstagen abgehalten wurde, tat der Begeisterung keinen Abbruch. Eltern, Freunde und Ehegatten wurden zur Zeitnehmung herangezogen. Keiner nahm Anstoß daran, dass das Wochenene eigentlich frei sein sollte. Viele andere Tage waren verplant mit Proben beim Waldensteiner Sängerbund und anderen Aktivitäen wie Hendl grillen, Pommes frites beim Sängerfest braten oder Kulturbrief sortieren und heften.

Ich war in Waldentein angesehen, bekannt und angenommen. Wenn ich heute, nach dreißig Jahren zu Besuch komme, fwehlen die menschen, die damals Heimatgefühl waren. Die Kinder, die Kollegen, der Herr Direktor. der viele Jahrzehnte kulturelles Rückgrat der Gemeinde war.Ich kenne die Schulkinder nicht mehr, viele Bekannte von damals sind verzogen, gestorben, durch neu zugezogene Familien ersetzt. Waldenstein bleibt als Erinnerung an Erlebtes, an Wegbegleiter, an zehn Jahre Lehrerdasein in einem kleinen Waldviertler Dorf.Wie es im Heimatlied so treffend heißt:"bist amoi durten g'west, g'fallt's da ganz gwiss des Nest"- und das tut es noch immer.

© PANSILVA 2019-06-13

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