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Versichern beruhigt

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Versichern beruhigt | story.one

Nachdem unsere Hausbootfahrt am Canal du Midi so erinnernswert war, und es unbedingt wieder ein Boot im Urlaub sein musste, buchten wir diesmal Holland. Mit der OVERMEER wollten wir die hollĂ€ndischen KanĂ€le unsicher machen, was uns auch fast gelungen wĂ€re😊. FĂŒr Frankreich hatten wir vollen Versicherungsschutz genommen- fĂŒrs Auto und auch fĂŒr das Boot. Das hĂ€tten wir versenken können, ohne Selbstbehalt zahlen zu mĂŒssen. Als sparsame Waldviertler, vertrauend auf unsere nautischen Kenntnisse, ließen wir in Holland den Versicherungsschutz weg. Was sollte schon sein?

Schon am ersten Tag auf dem Boot merkten wir, dass der Wind ungleich heftiger war als in Frankreich und das Boot schwerer zu manövrieren. Als wir bei einer BrĂŒcke auf das Hochziehen warteten, mussten wir notgedrungen am windabgewandten Ufer anlegen, bis die Durchfahrt freigegeben wurde. Trotz Vollgasmanöver drĂŒckte uns der Wind gegen ein dort verankertes Boot und touchierte dessen Außenbordmotor. Gleich war die Polizei zur Stelle, nahm den Vorfall auf und der Bootseigner verlangte die Hinterlegung eines Schecks zur Abgeltung etwaiger SchĂ€den am Motor. Er wollte es in der Werft anschauen lassen



Tags darauf wurde uns wieder eine BrĂŒcke zum VerhĂ€ngnis. Unser Mast, zwei Meter fĂŒnfzehn hoch, entpuppte sich als zu hoch. Es krachte ziemlich heftig, als wir trotzdem durchfuhren. Als wir danach die Karte studierten, wurde uns die TĂŒcke der im Buch gemachten Höhenangabe bewusst-sie waren fĂŒr Ebbe,wir kamen bei Flut. Der praktischen Veranlagung meines Gatten ist es zu danken, dass der Mast mit einer Tube Silikon wieder aufgestellt werden konnte. Beim genaueren Hinsehen merkte er, dass schon vor uns Ähnliches passiert war. Einige BrĂŒcken weiter kam uns ein Boot mit fehlendem Dach entgegen. Da kam uns unser Mißgeschick nicht mehr so schlimm vor!

Wir genossen noch zwei Tage in Amsterdam, unsere BootsunfĂ€lle fast vergessen gaben wir die OVERMEER zurĂŒck. Unsere Ausbesserungsarbeiten wurden nicht bemerkt und wir fuhren heimwĂ€rts. Auf der Autobahn allerdings schleuderte ein vor uns fahrendes Auto ein Steinchen ins Seitenfenster. Ein Regen von Glassteinchen ergoß sich in mein T Shirt. Gott sei Dank bekam ich keinen einzigen Kratzer ab. Beim Autofahrerclub wurde Plastikfolie ins Fenster geklebt und wir kamen gut zu Hause an.

Zwei Tage spÀter kam ein Anruf aus Holland. Der Bootseigner teilte uns mit, dass er den Scheck zerrissen habe, weil der Motor nichts abbekommen habe.

Die neue Scheibe fĂŒrs Auto kostete weniger als die VersicherungsprĂ€mien in Frankreich im Vorjahr.

So hatten wir drei SchĂ€den und doch weniger bezahlt- da sag noch einer, versichern wĂŒrde nicht beruhigen :):)

© PANSILVA 2021-01-22

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