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Schöner fremder Mann

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Schöner fremder Mann | story.one

Es war Sommer. Herrliches Badewetter. Ich war jung. 16 Jahre. Die Sonne, der strahlende Himmel und die sommerliche Hitze lockten mich hinaus, hin zum See, der nur 10 Minuten Fußweg von meinem Wohnhaus entfernt lag. Ich nahm das Fahrrad. Ich wollte noch schneller dort sein. Die Sehnsucht nach den wärmenden, bräunenden Sonnenstrahlen, nach dem kühlen, erfrischenden Nass des Wassers war groß. Ich packte meine Badesachen ein, sagte meiner Mutter kurz Bescheid, schwang mich auf mein geliebtes Fahrrad und fuhr dem Badevergnügen entgegen.

Der Strand war voll von sonnenhungrigen, Erholung suchenden Menschen.

Ich suchte mir ein ruhiges Plätzchen, breitete mein Badetuch aus und entledigte mich meines Kleides. Den Bikini hatte ich schon zu Hause angezogen. Ich legte mich auf das Badetuch. Zunächst auf den Bauch und bot meinen Rücken der Sonne dar. Ich wollte braun werden. Ich nahm das Buch, das ich mitgenommen hatte, und begann zu lesen. In der Position, in der ich mich befand, ging das gut. Es fiel mir trotzdem schwer, mich auf den Inhalt zu konzentrieren. Die Stimmen um mich herum waren laut, das Lachen und Schreien der Kinder, die um mich herum fröhlich spielten, lenkten mich ab. Ich blickte immer wieder von meinem Buch auf und beobachtete das pulsierende Leben um mich herum. Ich war irgendwie ein Teil davon und fühlte mich geborgen im Universum.

Und plötzlich sah ich in der Ferne einen Mann auf mich zukommen. Dunkles volles Haar, gute Figur, gebräunte Haut, jugendliche Ausstrahlung, wenn auch nach meiner Einschätzung nicht mehr ganz so jung. Er blieb bei mir stehen und fragte mich, ob ich Lust hätte, mit ihm eine Runde mitzufahren. Auf seinem Segelboot. Und ich hatte Lust. Noch nie in meinem Leben war ich in einem Segelboot gesessen. Die Verlockung, dieses Angebot anzunehmen, war groß. Und natürlich gefiel mir der Mann. Seine äußere Erscheinung war perfekt, wie ein Prinz, der einem Märchen entsprungen war. Und ich fühlte mich wie die dazu passende Prinzessin. Ein schönes Paar. Ein Traumpaar. Das Kopfkino in mir spielte einen wunderschönen Liebesfilm ab.

Ich überlegte nicht lange und sagte JA. Ich ging mit dem schönen fremden Mann, verfolgt von bewundernden Blicken, mit zu seinem Segelboot. Wir sprachen nichts miteinander. Ich kann mich jedenfalls an nichts erinnern. Schweigend stiegen wir in das Boot. Gekonnt fuhr er los, hinaus auf den silbrig glänzenden See, ganz langsam. Der Windgang war schwach. In mir war eine Mischung aus freudiger Erregung, Angst und brennender Sehnsucht. Allein mit einem fremden Mann, der sich in geheimnisvolles Schweigen hüllte, war zwar eine prickelnde, aber nicht ganz ungefährliche Situation. Mein Herz klopfte. Erotische Spannung lag in der Luft. Das Schweigen zwischen uns ist wie eine undurchdringliche Mauer. Die Sonne brannte mit ihrer sommerlichen Kraft auf unsere Körper. Und als wir weit draußen auf dem See waren, begann er sich mir wortlos zu nähern. Und ich ließ es geschehen. Und es war schön.

© Philomena 2021-10-16

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