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#freundschaft#neueliebe#cafe

Im Schatten der Sonne (2)

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Im Schatten der Sonne (2) | story.one

Für einen Schlag setzte sein Herz aus. Warum hatte er das gesagt? „Weil du es so gemeint hast“, sagte eine Stimme in seinem Inneren. Er hatte es nicht übers Herz bringen können. Sie lachte und ihre strahlend weißen Zähne blitzten auf. „Das tue ich doch auch. Das weißt du doch. Ich wäre doch bestimmt nicht ohne Allrad hier hochgefahren, wenn mir das Ganze hier nichts bedeuten würde.“ Eine Strähne löste sich aus ihrer Frisur und fiel ihr ins Gesicht. Sanft strich er ihr diese hinters rechte Ohr und küsste sie sanft am Hals. Der Duft ihres femininen Parfums stieg ihm in die Nase.

Auch als sie sich kennenlernten, hatte sie diesen Duft getragen. Er hatte mit seinem besten Freund Timon im Park im Schatten einer Platane gesessen und einen Kaffee getrunken. Timon hatte gerade eine seiner WG-Geschichten zum Besten gegeben, als ihm vor Lachen der Kaffeebecher aus der Hand fiel und der Inhalt sich auf dem Asphalt und den weißen Turnschuhen einer Frau verteilte, die offenbar auf dem Weg zu einer anderen Bank war „Entschuldigen Sie. Das tut mir furchtbar leid.“ Hastig begann er seinen ranzigen Rucksack nach einem Taschentuch zu durchsuchen. „Ach, lass stecken, Junge. Die Plörre aus dem Café besteht doch eh aus fast 100% Wasser. Sei froh, dass du ihn verschüttet hast und hol dir lieber dort drüben einen Vernünftigen.“ Sie zeigte auf ein kleines Café außerhalb des Parks. „Bei der Gelegenheit kannst du mir dann gleich einen Cappuccino mitbringen.“ Sprachlos starrte Marlon sie an. Mit dieser Reaktion hatte er nicht gerechnet. Vor allem nicht von so einer schönen Frau. „Nun geh schon“, zische Timon und knuffte ihn heftig in die Rippen. Er musste sie wohl schon einige Sekunden zu lange angestarrt haben. „Äh, ja. Natürlich.“ Umständlich rappelte er sich auf und hastete zu dem Café. Beinahe rannte er einen älteren Mann um, der ihm seinen Gehstock hinterher schwenkte und irgendwas von „der Jugend von heute“ vor sich hin schimpfte. Doch das nahm Marlon nur am Rande wahr. In Gedanken war er noch bei der umwerfenden Frau. Worte hätten nicht gereicht, um zu beschreiben, was er fühlte. Er wusste nur eins: Er wollte diese Frau wiedersehen.

Schwer atmend kam er bei dem Café an. „Zwei Cappuccini bitte.“ Er stütze sich mit seinen Händen auf den Knien ab. Er musste unbedingt wieder mehr Sport machen. „Und dürfte ich einen Kugelschreiber haben?“

Noch immer schwer atmend griff Marlon nach dem Kuli und kritzelte seinen Namen und seine Handynummer auf eine Servierte, stopfte sich diese in die Hosentasche und nahm die heißen Becher entgegen. Mit großen Schritten machte er sich auf den Weg zurück in den Park .

© Ronja Post 2021-05-04

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