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#natur#naturerlebnis#rausindienatur

Bierdosen und Roboter

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Bierdosen und Roboter | story.one

Sollten wir uns einmal zufĂ€llig im Wald begegnen, bitte nicht wundern, wenn aus meinen ausgebeulten Jackentaschen leere Bierdosen herausgucken. Nein, ich torkle nicht gerade von einem feuchtfröhlichen Picknick unter freiem Himmel heim, sondern ich sammle diese fĂŒr die Tierwelt gefĂ€hrlichen, scharfkantigen Aludosen ein, um sie fachgerecht zu entsorgen.

Immer wieder entdecke ich MĂŒll in Form von achtlos weggeworfenen TĂŒten eines Fastfoodkonzerns mit vergammelten Speiseresten, leere Zigarettenpackungen und Pet-Flaschen mit und ohne Inhalt in meinen geliebten NaturrĂ€umen.

UnlĂ€ngst sichtete ich sogar einen Einkaufswagen einer wohlbekannten Supermarktkette in der seichten Liesing, und das weit entfernt von jeglichen LĂ€den. Bei solchen Entdeckungen blutet mein Herz, denn ich möchte die Umwelt fĂŒr unsere Kinder und deren Nachkommen unversehrt erhalten und ich bedaure alle Lebewesen, deren Lebensraum gerade im stĂ€dtischen Bereich durch ausgedehnte Bauvorhaben immer mehr beschnitten wird. Wild lebende Tiere wie Enten, Reiher, Bisamratten, Kaulquappen und die zahlreichen Fischarten, die im Liesingbach ihr Zuhause haben, haben auch ein Recht auf sauberes Wasser, genauso wie wir Menschen. Leider sprechen sie keine Sprache, mit der sie sich bei uns Menschen Gehör verschaffen könnten. Auch Demonstrieren ist fĂŒr sie keine Option.

An allen Ecken und Enden existieren AbfallbehĂ€lter, um seinen Mist loszuwerden. Sammelinseln mit getrennten MĂŒllcontainern gibt’s zwar nicht immer in der NĂ€he, aber ein kleiner Fußmarsch schadet wohl den wenigsten. Meine kurze Wanderung zum Glascontainer ein paar Straßen weiter, um Bunt- von Weißglas zu trennen, ist Teil meines Fitnessprogramms. Nie kĂ€me es mir in den Sinn, Plastik- oder GlasbehĂ€lter einfach am Straßenrand zu deponieren.

Umweltbewusstsein muss von klein auf im Familienverband vorgelebt werden. Und es ist wichtig, Ökoprojekte im Kindergarten oder im Unterricht durchzufĂŒhren und so die SensibilitĂ€t fĂŒr Mutter Erde anzutrainieren. Wir PĂ€dagog*innen haben mit den uns anvertrauten Kindern immer wieder mit GegenstĂ€nden gebastelt, die normalerweise in der MĂŒlltonne gelandet wĂ€ren, unter anderem fantasievolle Roboter, die dann sogar bei einem von der Stadt Wien veranstalteten Wettbewerb Preise einheimsen konnten.

Bei AusflĂŒgen habe ich stets darauf geachtet, unsere RastplĂ€tze frei von Unrat zu hinterlassen. Und mit dem Sammeln von Naturmaterialien konnte das Interesse fĂŒr deren Nutzen geweckt werden, und es gelang mir Wissenswertes ĂŒber unsere unverzichtbaren, grĂŒnen Sauerstoffproduzenten und deren Produkte zu vermitteln. So entstanden im Sommer Rindenboote, die wir im Stadtbrunnen vom Stapel ließen, im Herbst bunte Vögel aus Fichtenzapfen und im Advent Weihnachtsengel aus Föhrenpockerl.

„Der Mensch hat das Netz des Lebens nicht gewebt, er ist nur ein Faden darin. Was immer er ihm antut, tut er sich selbst an.“ (HĂ€uptling Seattle)

© Silvia Peiker 2021-04-29

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