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#bergerlebnis#unbeschwertesreisen

Brummbär und Miezekatze

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Brummbär und Miezekatze | story.one

Die zerklüfteten Gipfel des mächtigen Silvrettamassivs erinnern an Drachenschuppen, so als hätte Tolkiens Smaug seinen luftigen Wachtposten eingenommen, um die Schätze des Montafons zu hüten.

Wir kämpfen uns in die Höhe, setzen unsere Schritte mit Bedacht, auf der Suche nach sicherem Stand zwischen Wurzelwerk und spitzen Steinen. Die knüppeldicken Wurzeln schlängeln sich über den schmalen Gratweg und stammen von Bäumen, deren knorrige Stämme so dick sind, dass eine einzige Umarmung nicht mehr reicht.

Das satte Grün weicht allmählich den warmen Braun-, Gelb- und Rottönen des Altweibersommers, wobei zwischen den zartrosa und weißen Blüten des Heidekrauts immer wieder dunkelblaue und rote Beeren durchblitzen. Während unserer Wanderung auf dem Gantakopf in 2000 m Höhe beobachte ich fleißige Wanderinnen, die köstliche Heidel- und Preiselbeeren pflücken. Meine Sammellust ist entfacht und sie pausiert kurz, als plötzlich die knallroten, getupften Schirme von Fliegenpilzen am Wegesrand auftauchen.

Der herrliche Ausblick auf das Verwall, das größte Europaschutzgebiet des Ländles mit einzigartigen Moorlandschaften, sowie auf das Rätikongebirge und die Silvretta ist schließlich unsere Belohnung für den schweißtreibenden Aufstieg.

Hinunter geht's später 500 Höhenmeter unter den schattigen Baumkronen der Lärchen zur Garfrescha Bahn. Als Flachlandtiroler kommen wir nur langsam voran, denn der Abstieg ist steil und aufgrund der feuchten Beschaffenheit des steinigen Pfades gefährlich rutschig. Unverzagt steigen wir, untermalt vom lauten Bimmeln zahlreicher Kuhglocken, den Berg hinunter. Obwohl wir von der gemütlichen Truppe sind, schaffen wir es dennoch in akzeptabler Zeit zum allseits beliebten Brunella Wirt. Dort erwartet uns schon das Haxen Kühler Becken, wo wir unsere dampfenden Sohlen ins eiskalte Wasser tauchen.

Nach einer köstlichen Jause mit Schnittlauchbrot und erfrischemdem Soda Zitron schweben wir das restliche Stück mit dem Sessellift ins Tal hinunter, wo uns nur noch ca. 5 km zu unserem Ziel, dem malerisch gelegenen Gaschurn, auf Schusters Rappen erwarten.

Entlang des munter dahinplätschernden Flusses Ill entdecke ich schwarze Brombeeren. Während ich nur die sonnengereiften, süßen Früchte verspeise, mutiert der beste aller Väter inzwischen zum Brummbären, denn sein Fersensporn meldet sich vehement und fordert rasches Füße Hochlegen.

Als wir am nächsten Morgen in unserem gemütlichen Quartier aufwachen, begrüßt uns eine ausgewachsene Miezekatze😺Diesen Muskelkater möchten wir, auch als Katzenliebhaber, aber am liebsten schleunigst wieder loswerden. Deshalb planen wir die nächste, weniger anspruchsvolle Tour rund um einen Stausee.

Die Sonne lacht vom strahlendblauen Himmel, der Wetterfrosch sitzt auf den obersten Sprossen der Leiter. Das wird a gschenkts tägle 😀

© Silvia Peiker 2021-09-17

Bergerlebnis

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