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#mut

Eine Liebe für den Frieden

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Eine Liebe für den Frieden | story.one

Der junge Soldat, auf dessen blutende Wunde sie noch vor wenigen Augenblicken ein paar Stofffetzen gedrückt hat, hat seinen letzten Atemzug getan. Sein noch warmer Körper wird auf den Haufen mit den anderen Toten geworfen, weißer Kalk wird anstelle des bei Begräbnissen üblichen Weihrauchs verstreut. Bertha von Suttners Unvermögen, das Grauen des Krieges zu erfassen, spiegelt sich in Birgit Mnnichmayrs ausdrucksstarken Zügen wider.

Die filmische Biografie, die die wichtigsten Lebensstationen der Friedensnobelpreisträgerin in historisch authentischen und facettenreichen Szenen aufbereitet, entzündet ein Feuerwerk der Emotionen, und das nicht nur wegen Alfred Nobels todbringender Erfindung, dem Dynamit. Als junge Braut erlebt sie mit ihrem adeligen Ehemann, der vom eigenen Vater verstoßenen wird, da er die verarmte Gräfin Bertha von Kinsky heimlich ehelicht, hautnah die Gräuel des russisch-türkischen Krieges am Kaukasus. Betroffenheit macht sich breit, wenn Berthas Feder übers Briefpapier kratzt, um ihrem einstigen Arbeitgeber Nobel klarzumachen:

“Ich war auf einem Schlachtfeld. Wie soll ich dieses Grauen ausdrücken? Ich erinnere mich noch an Ihre Worte: Der Krieg würde nicht aufhören, indem Sie aufhören zu erfinden. Aber wer macht den ersten Schritt?”

Nobel antwortet: “Nationale Gefühle sind leider noch immer stärker als jede Menschlichkeit.”

Bertha kontert: "Kühn muss man dagegen anschreiben. Das Unvorstellbare vorstellbar machen für jedermann, damit dieses Grauen aufhört."

Die Überlebenskünstlerin, die sich aufgrund der Spielschulden ihrer Mutter den Lebensunterhalt zuerst als Gouvernante der Familie Suttner, später als Nobels Privatsekretärin, verdienen muss, ist vom Krieg traumatisiert: “Was macht man nur mit diesen grauenhaften Bildern im Kopf?” Ihr Ehemann erwidert lapidar: “Krieg ist Männersache.”

Diese Aussage kann Bertha nicht akzeptieren, sie schreibt an gegen diese Unmenschlichkeit. Doch anfänglich lehnen die Verlage ihr Werk “Die Waffen nieder” ab, bis auf den Dresdner Verleger Pierson, der das Wagnis eingeht und zum großen Gewinner wird. Das Buch wird rasch in zahlreiche Sprachen übersetzt, Bertha kann von ihrer Schriftstellerei leben und der in finanziellen Not geratenen Familie ihres Mannes unter die Arme greifen.

Sie wird zur Friedensaktivistin und erhebt als erste Frau im Kapitol ihre Stimme für den weltweiten Frieden, im Bemühen, die größte Geißel der Menschheit, den Krieg, abzuschaffen. Sie fragt Nobel, mit dem sie eine innige Freundschaft verbindet und der die Friedenskongresse finanziell unterstützt: “Warum ist es so schwer, die Menschen zum Frieden zu bewegen?”

Nobel erwidert: "Weil es immer noch kein Mittel gegen die Dummheit gibt. “

" Dann erfinden Sie doch endlich etwas dagegen. ”

Nobel stiftet den Nobelpreis für wissenschaftliche und literarische sowie für außerordentliche Verdienste für die Verbrüderung der Menschheit.

© Silvia Peiker 2022-03-17

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