skip to main content

#weihnachtszeit#weihnachten#weihnachtszauber

It's a kind of magic

  • 170
It's a kind of magic | story.one

Manche Erinnerungen hallen als Echo von meinen furchigen GedankenwĂ€nden wider, kommen wie gerufen, wenn die stillste Zeit des Jahres anbricht. Ich wandle auf verschlungenen Traumpfaden, bin plötzlich wieder im festlich geschmĂŒckten, großen Saal.

Eine Armada von schneeweißen TischtĂŒchern hat sich im sonst recht nĂŒchternen Ambiente der Messehalle formiert. Darauf verströmen kleine Kuchen auf weißen Tellern und mit heißem, sĂŒĂŸem Kakao gefĂŒllte Tassen einen unwiderstehlichen Duft. Aufgereiht wie die Spatzen gucken Kinder mit roten BĂ€ckchen und ihre MĂŒtter, ein paar VĂ€ter haben sich dazwischen geschummelt, erwartungsvoll in die Runde. HĂŒbsche, mit hellem, langem Kleid und Sternenreif im lockigem Haar gekleidete Engel bringen jedem Buben und jedem MĂ€dchen ein SĂ€ckchen, dessen Inhalt, köstliche Weihnachtskekse, erst in den nĂ€chsten Tagen vor dem Heiligen Abend mit trĂ€umerischem Blick verzehrt wird.

Aufgeregt flĂŒstert mir Ronnie ins Ohr: „Ich glaub, ich hab‘ da hinten eine rote MĂŒtze gesehen. Der Weihnachtsmann ist da!“ Mein Cousin ist etliche Jahre Ă€lter als ich und hat natĂŒrlich keine Angst vor dem großen Mann mit dem weißen Rauschbart. Als er sich bei mir erkundigt, ob ich auch das ganze Jahr ĂŒber brav gewesen bin, hĂ€tte ich mich am liebsten unter dem Tisch versteckt. Wer kann denn schon das ganze Jahr ĂŒber artig sein?

WĂ€hrend ich genussvoll ein StĂŒck Marmorkuchen mit der Gabel aufspieße, hebt sich der schwarze, schwere Samtvorhang langsam und lenkt meinen Fokus auf einen lĂ€chelnden, Ă€lteren Mann im schwarzen Anzug, der die BĂŒhne betritt. Doch halt, der Fremde mit schwarzer Fliege ist ja gar nicht allein auf dem fĂŒr Kinderaugen riesigen Podest. Er hat einen sĂŒĂŸen, kleinen Stoffhund, der auf den Namen Strolchi hört, mitgebracht. Das PlĂŒschtier entpuppt sich bald als wichtiger Bestandteil der magischen Show, die mich mit meinen vier Jahren nachhaltig beeindruckte und meine Begeisterung fĂŒr Illusionen weckte.

Etliche KindermĂŒnder stehen offen, als Bobby Lugano bunte BĂ€lle mithilfe seines Zaubersalzes verschwinden und an ganz anderen Orten wieder auftauchen lĂ€sst. Simsalabim schwingt er gekonnt seinen Zauberstab und zeigt Kartentricks, wofĂŒr er beherzte Kinder auf die BĂŒhne holt. Niemals hĂ€tte ich den Mut aufgebracht, dem berĂŒhmten Magier zu assistieren. Aber seine lustigen Zungenbrecher, die er mit seinem jungen Publikum eifrig ĂŒbte, haben sich in mein GedĂ€chtnis eingebrannt:

„Fischers Fritze fischte frische Fische. Frische Fische fischte Fischers Fritze. Zwischen zwei Zetschkenzweigen zwitschern zwei Schwalben, zwei Schwalben zwitschern zwischen zwei Zwetschkenzweigen.“

Der Zauber der Weihnacht ist fĂŒr mich in jenen glĂŒcklichen Kindheitstagen wahr geworden und ich summe mich mit Freddie Mercurys Lyrics durch den Advent:

IIT'S A KIND OF MAGIC,

IT'S A KIND OF MAGIC.

A KIND OF MAGIC.

ONE DREAM, ONE SOUL,

ONE PRICE, ONE GOAL.

ONE GOLDEN GLANCE OF WHAT SHOULD BE.

IT'S A KIND OF MAGIC!

© Silvia Peiker 2021-12-15

Advent- und Weihnachtsstorys

Kommentare

Gehöre zu den Ersten, die die Geschichte kommentieren

Jede*r Autor*in freut sich ĂŒber Feedback! Registriere dich kostenlos,
um einen Kommentar zu hinterlassen.