skip to main content

#storywichteln

Mit der Wichtelei ist's noch nicht vorbei

  • 164
Mit der Wichtelei ist's noch nicht vorbei | story.one

Ich logge mich am späten Morgen bei story.one ein, vertiefe mich neugierig in die Stories meiner Kollegen und Kolleginnen und lese plötzlich meinen Namen inmitten einer Wichtelgeschichte meiner treuen Schreibkumpanin LINTSCHI!

Liebe lintisch! Für mich bist du eine Fee, die den Zauberstab schwingt und mir mit einer wunderschönen Weihnachtserzählung den Tag erhellt! Beim Lesen werden viele traute Erinnerungen an die stillste Zeit im Jahr geweckt, somit ist dir diese verfrühte Weihnachtsfreude wahrlich geglückt. Und ich muss dir sagen, es weihnachtet sehr!

Da ich nun die Ehre hatte, dass du, liebe lintschi, mir eine wunderschöne Weihnachtsgeschichte aus deiner Kindheit gewidmet hast, möchte ich mich wieder unter die Wichtel*innen begeben, und auch dich mit weihnachtlichen Anekdoten aus meinen jungen Jahren, die ja auch schon etwas zurückliegen, erfreuen.

Alle Jahre wieder, wenn die ersten Kerzen am Adventkranz ihr schummriges Licht in Form von flackernden Schatten an die Wände warfen, holte unser Großvater die alte Krippe aus dem Kasten. Elf Monate hatten die liebevoll bemalten Figuren im hintersten Winkel geschlummert und auf ihren Auftritt am Heiligen Abend gewartet. Nun durften meine Cousine Petra und ich endlich wieder die Heilige Familie, umgeben von Ochs und Esel, ins Innere der Orientalischen Krippe stellen. Die Hirten und Schafe drapierten wir rundherum und wir wurden nicht müde, immer wieder neue Geschichten rund um die Geburt unseres Heilands zu erfinden und diese mit den Krippenfiguren nachzuspielen.

Am Heiligen Abend war ich manchmal auch bei meiner anderen Großmutter, die aus Mährisch-Trübau stammte. Da musste das Wasser noch mit dem Pumpenschwengel vom Brunnen geschöpft werden und der Weg zum Plumpsklo im Garten war weit und im Winter kalt. Oma war unschlagbar im Stricken und Häkeln, und ich freute mich jedes Mal auf ihre farblich abgestimmten Ensembles aus Pulli, Weste und Rock und trug diese sehr gerne. Legendär sind auch ihr Mohn- und Nussstrudel, den wir am 24. Dezember genüsslich verzehrten. Diese Tradition hat meine Mutter aufrechterhalten, nun ist sie es, die uns nicht nur mit köstlichen Weihnachtskeksen beschenkt, sondern auch Omas Strudel bäckt.

Als ich schon älter war, war es meine Aufgabe, den Christbaum zu schmücken. Während meine jüngere Schwester bei Oma auf die Ankunft des Christkindes harrte, werkte unsere Mutter emsig in der Küche. Leider hatte sie nicht damit gerechnet, dass mir die mit Eierlikör und anderen Spirituosen gefüllten Schokoladefläschchen so gut munden würden. So erlebte ich die Bescherung, sagen wir mal, etwas mehr aufgekratzt und fröhlicher als gewöhnlich. Im nächsten Jahr baumelten dann nur mehr süße Windringe, die mir übrigens auch schmecken, und in Zuckerlpapier eingewickelte Bonbons von den grünen Zweigen.

Liebe lintschi, nun sende ich dir das helle Leuchten des Sterns von Bethlehem und wünsche dir ein frohes Fest im Kreis deiner Lieben.

© Silvia Peiker 2021-12-09

#storywichteln

Kommentare

Gehöre zu den Ersten, die die Geschichte kommentieren

Jede*r Autor*in freut sich über Feedback! Registriere dich kostenlos,
um einen Kommentar zu hinterlassen.