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#krimi#reiffĂŒrdieinsel

Ohne Krimi geht die Mimi nirgendwo hin

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Ohne Krimi geht die Mimi nirgendwo hin | story.one

Endlich Zeit zu relaxen! Vor uns liegen vier sonnige Tage in Bad Tatzmannsdorf, die wir mit unseren guten Freunden Manuela und Norbert im sĂŒdlichen, vom pannonischen Klima begĂŒnstigten, Burgenland verbringen. Im warmen Thermalwasser sprudeln Anspannung und Sorgen des letzten Jahres ins Nirwana und zurĂŒck bleibt Entspannung pur.

Die MassagedĂŒsen, das Schwimmen im angenehm kĂŒhlen Sportbecken und die an den Gleichgewichtssinn appellierende Aquagymnastik halten uns fit und munter.

Als Gewohnheitstier schwinge ich noch vor dem FrĂŒhstĂŒck meine Walkingstöcke und wandere durch ein schattiges WĂ€ldchen Richtung Kurpark. In der weitlĂ€ufigen, mit hohen Platanen und vielen heimischen Pflanzen bestĂŒckten GrĂŒnanlage wartet die finnische Laufbahn darauf, meine geplagte WirbelsĂ€ule im weichen Rindenmulch zu entlasten.

Herrliche Stille umfĂ€ngt mich unter dem BlĂ€tterdach der grĂŒnen Schattenspender und ich trabe emsig, ohne einer Menschenseele zu begegnen, wie ein Rennpferd, das schon in die Jahre gekommen ist, meine Trainingsrunden. Nachdem ich zur HĂ€lfte meine zweite Runde bewĂ€ltigt habe, erblicke ich plötzlich am anderen Ende des Parks einen Ă€lteren Mann, der es anscheinend recht eilig hat. Da er querfeldein mit großen Schritten uber die wohlgepflegte RasenflĂ€che geradewegs auf mich zusteuert, befĂ€llt mich ein mulmiges GefĂŒhl. Weit und breit entdecke ich keine menschliche Seele, die so wie ich die frĂŒhe Morgenstunde fĂŒr sportliche AktivitĂ€ten nĂŒtzt. Die anderen liegen wohl noch in den Federn oder nippen an ihrer ersten Tasse Kaffee.

WĂ€hrend ich mir sehnlichst ein Helferlein herbeisehne, hat der Unbekannte beinahe schon die Finnenbahn auf meiner Höhe erreicht. Ich verlangsame mein Tempo, um ihm einen Vorsprung zu geben. Doch der großgewachsene Fremde hĂ€lt abrupt an und wartet auf mich.

Was tun? Panische Gedanken flitzen durch meine linke HemisphÀre, die nicht imstande ist, einen logischen Schluss zu ziehen. Soll ich weglaufen oder darauf hoffen, dass ich völlig unerwartet einen harmlosen Verehrer an Land gezogen habe?

Plötzlich schallen mir folgende, im burgenlÀndischen Dialekt, gefÀrbte Worte entgegen:

WANN DES WOSSA WIADA NIT GEIHD, DOAN BRING IH OLLE UM!

Ich vernehme UMBRINGEN und sehe mich schon als unschuldiges Opfer eines Krimis. Ob dieser Mann wohl der GĂ€rtner ist? Ich blicke in eine grinsende Fratze und erkundige mich:

HABEN SIE EIN PROBLEM MIT DEM WASSER?

JAU, IMMER RIAFN'S MI!

Ich versichere ihm: GUT, DASS SIE SICH AUSKENNEN!

WA DAS WIEDA NIT GEIHD, DANN MUSS IH DEN BAGGA DA DRIWAT HULN!

Ich blicke mich um, sehe weit und breit keinen Bagger, dafĂŒr aber einen schmalen Steg, der in den Teil des Parks fĂŒhrt, wo schon einige Early Birds auf BĂ€nken weilen. Hurtig verabschiede ich mich und ĂŒberquere ohne den seltsamen Kauz den murmelnden Bach. Ängstlich blicke ich vorsichtig ĂŒber die Schulter und entdecke erleichtert, dass mir mein Verfolger nicht mehr auf den Fersen ist.

GlĂŒck gehabt!

© Silvia Peiker 2021-08-28

Reif fĂŒr die InselMiniKrimi

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