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Persidenschauer in der Toskana

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Persidenschauer in der Toskana | story.one

Am dunklen Kleid des Himmelszelts prangen unzählige funkelnde Sterne, gebannt starren wir hinauf in die unendliche samtene Schwärze, sacht umspült vom warmen, sprudelnden Wasser, das aus den Düsen des Whirlpools strömt.

„Da ist wieder eine“, ruft unsere Jüngste aufgeregt, und wir folgen ihren Blicken und können gerade noch erkennen, wie der Schweif der Sternschnuppe verglüht.

Diese Leuchterscheinungen, auch Meteore genannt, treten um Maria Himmelfahrt, wenn die Italiener Ferragosto feiern, häufig in Erscheinung. Da wir dieses Mal in der Azienda Agricola in Segromingno in Monte nahe Lucca unser Urlaubsquartier aufgeschlagen haben, sind wir nun privilegiert, die Flugbahn zahlreicher Persiden am klaren Nachthimmel zu beobachten. Die Persiden werden auch Tränen des Laurentius genannt, da das Fest des christlichen Märtyrers, der von den Römern aufgrund seines Glaubens auf einem glühenden Rost hingerichtet wurde, am 10. August zelebriert wird.

Jeden Morgen laufe ich noch vor dem Frühstück am Olivenhain neben dem liebevoll restaurieren Gutshof, wo wir ein Appartement gemietet haben, vorbei, hinein in die Wildnis, die sich am Rande der kleinen Ortschaft erstreckt. Einmal muss ich rasch umkehren, als ich einem wilden Bienenvolk zu nahe komme, das hinter hohen Bäumen und Sträuchern verborgen bedrohlich summt.

In Lucca borgen wir uns Fahrräder aus und umrunden auf der vollständig erhaltenen Stadtmauer einen kleinen Teil der mittelalterlichen Stadt.

Unser nächster Ausflug führt uns nach Pisa, wo wir den schiefen Turm, das Wahrzeichen der Stadt, den 55 Meter hohen Campanile, erklimmen. Atemlos blicken wir auf die Piazza dei Miracoli hinunter und bestaunen das atemberaubende Rundumpanorama der historischen Stadt, wie sich das helle Rot der Häuserdächer mit dem dunklen Grün der Bäume und der Hügelkette in der Ferne abwechselt. Im kühlen Inneren des Baptisteriums, der größten christlichen Taufkirche, dessen kunstvolle Fassade im 13. Jahrhundert vom Bildhauer Niccolò Pisano begonnen und später von seinem Sohn Giovanni vollendet wurde, erholen wir uns ein wenig von der sengenden Hitze.

Am meisten beeindruckt uns jedoch die Stadt der Türme, San Gimignano. Schon von weitem, noch bevor wir uns dem historischen Stadtkern nähern, sticht uns die enorme Höhe der sogenannten Geschlechtertürme ins Auge. 15 von den ehemals 74 Torri, die sich bestens für die Verteidigung eigneten, sind noch erhalten. Die schlanken Türme waren einst von wohlhabenden Patrizierfamilien erbaut worden, um durch ihre herausragende Höhe deren Ansehen zu demonstrieren.

Neugierig steigen wir die vielen schmalen Stufen des höchsten Turms im Palazzo del Popolo, der sich wie ein Wachturm 54 Meter über die Stadt erhebt, hinauf. Dort offenbart sich uns ein herrlicher Ausblick auf die sanft wellige, von satten Gelb und Grüntönen dominierte Landschaft der Toskana. Viva bella Italia!

Dank an Vincentiu Solomon für das stimmungsvolle Foto!

© Silvia Peiker 2021-03-19

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