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Zauber der Piste

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Zauber der Piste | story.one

Wolfgang Ambros Skifahrerhymne hat sich in meinen Kopf eingenistet, ich möchte endlich Schifoan lernen. Gerti und ich, beide Flachlandtiroler, haben uns in den AnfĂ€ngerkurs eingeschrieben.Wir brennen darauf, auf den Pisten rund um Mauterndorf im Lungau unsere Spuren zu hinterlassen. Meine Freundin nennt eine neue SkiausrĂŒstung ihr Eigen, wĂ€hrend ich mit den Ă€ltesten Brettln und klobigsten Skischuhen aus dem Skiverleih auskommen muss. FĂŒr mehr reicht es bei mir nicht, auch die Woche Skiurlaub habe ich mir im Sommer mit Arbeiten selbst finanziert.

Der einzige Skikurs wĂ€hrend meiner Schulzeit hatte leider keine FrĂŒchte getragen.Unsere nur wenig engagierte Lehramtsstudentin flitzte lieber mit den Fortgeschrittenen die AbhĂ€nge hinunter und ĂŒberließ uns Greenhorns unserem Schicksal auf dem IdiotenhĂŒgel.

Ein Skibus bringt uns zur AnfĂ€ngerpiste, wir schultern unsere Skier und stapfen die kleine Anhöhe hinauf. Erstmals steht Schneepflug ohne Stöcke auf dem Programm. Ich gleite den Hang hinunter, sauge die klare Luft tief in meine Lungen, bewundere die schneebedeckten Berge im Kontrast zum blitzblauen Himmel. Bis Hans, unser junger Lehrer, mitten auf dem HĂŒgel einen Halt einlegt. Die meisten AnfĂ€nger können noch rechtzeitig bremsen, doch eine junge Frau prescht plötzlich in die Reihe der Wartenden und alle plumpsen wie die Zinnsoldaten in den weichenSchnee. Ich höre noch, wie Hans neben mir raunt: "Wia a Kuah." Ich denke: "Wahrlich, kein Prince Charming."

Am frĂŒhen Nachmittag ĂŒben wir Slalomfahren und werden in zwei Gruppen eingeteilt. Ich lande in der besseren, Gerti und ich werden getrennt. So hab' ich mir den Skiurlaub aber nicht vorgestellt, ich möchte diese Woche mit meiner Freundin auf der Piste unterwegs sein und beschließe mich am nĂ€chsten Tag der schwĂ€cheren Gruppe anzuschließen.

Dort darf ich nun als Beste stets gleich nach Hans die Piste runterwedeln, nein, Spaß beiseite, im Schneepflug runtertrotten. Wir ĂŒben fleißig und bald schon bringt uns der Sessellift in luftigere Höhen, nur dass dort unter dem Schnee dicke Eisplatten lauern. Ich stĂŒrze so spektakulĂ€r, dass meine Beine samt den Skiern ĂŒber meinem Kopf in einer Schneewechte stecken.

Start meiner Karriere als Schlangenmensch! Gerti hilft mir, mich aus meiner misslichen Lage zu befreien und schnallt ab. So einen Sturz möchte sie nicht riskieren. Ich beende aber meine Abfahrt auf Skiern, mich hat der Ehrgeiz gepackt.

Es ist der letzte Tag des Skikurses, habe das Skitaxi verpasst. Ich folge Hans ĂŒber unberĂŒhrte Pisten, wir gleiten durch den glitzernden Schnee Richtung Dorf.

Abrupt endet meine Fahrt. Ich bin mit zu wenig Schwung eine steile Senke hinuntergefahren und stecke nun im Tiefschnee fest. Hans kommt von der Anhöhe runter, hilft mir, meine Skier aus der weißen Pracht zu befreien. Spontan lĂ€dt er mich auf ein AprĂšs Ski im DorfcafĂ© ein. Ein paar Jagertee spĂ€ter lerne ich Hans' Schokoladenseite kennen. Wir tauschen verliebte Blicke aus.

© Silvia Peiker 2021-02-21

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