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#lesungen#wahrefreundschaft#buchpräsentation

Vom Chaos …

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Vom Chaos … | story.one

Ich steige ins Auto, gebe die Koordinaten ins Navi ein und werfe einen Blick auf mein Handy, welches mir verrät, dass Martina bereits angerufen hat. Als ich ihre Stimme am anderen Ende der Leitung vernehme, höre ich ein Seufzen der Erleichterung bei ihr: „Ich habe mir schon gedacht, es ist Dir etwas passiert!“

Heute ist der erste Abend unserer 4-Länder-Lesereise und wir wollten uns zuvor noch besprechen und den Ablauf in aller Ruhe durchgehen, doch eine auf der Wegstrecke von mir wahrgenommene Behandlung hat anstatt der geplanten einen Stunde stattdessen zwei Stunden gedauert und so unseren Zeitplan völlig auf den Kopf gestellt.

In Wien angekommen, nehme ich den ersten Parkplatz, der frei ist und marschiere mal zu Martinas Wohnung. Nachdem aber meine mitgenommenen Bücher einiges an Gewicht haben und ein Parkplatz gleich gegenüber dem Gebäude freigeworden ist, beschließt Martina jenen für mich freizuhalten. Als ich mit meinem Wagen dort ankomme, schiebt eine ältere, grimmig schauende Dame beinhart ihren Wagen zurück und scheint auch keine Hemmungen davor zu haben, für fünf Meter Asphalt einen Menschen plattzufahren.

„So eine blöde Gurke“ denken Martina und ich fast synchron und entscheiden schnell zu einer weiteren, in der Zwischenzeit frei gewordenen Parklücke auf der anderen Straßenseite zu wechseln. Just in jenem Moment als Martina drüben ankommt, fährt der nächste Verkehrsteilnehmer schwungvoll in das heiß begehrte Stück Wiener Freifläche. Gut, dann eben ab in eine der Seitengasse, wo ich schlussendlich auch fündig werde.

Trotz der fortgeschrittenen Zeit begrüßen wir uns herzlich und stärken uns mit einer, vom Herzbuben mit Liebe zubereiteten Kürbiscremesuppe und anschließendem Backhendlsalat, denn mit leerem Magen wollen wir keinesfalls losstarten. Danach heißt es aber endlich die Bücher und Kalender gemeinsam zur Sonnentor-Filiale zu bringen, wo unser heutiger Leseauftakt stattfindet. Noch ein kurzer Sprung zu meinem Auto und schon sind all unsere neuesten Herzensprojekte ins Geschäft gebracht.

Jetzt nur den Tisch für unsere Präsentation aufstellen und die Bestuhlung vornehmen, dann kann es eigentlich losgehen. Eigentlich, denn das Geschäft hat bis 18.30Uhr geöffnet und es sind überdies einige Kunden im Laden, wodurch wir nicht so richtig mit dem Aufbau beginnen können. Langsam aber sicher breitet sich bei Martina und mir eine gewisse Nervosität aus.

Als die ersten Gäste erscheinen, pumpt unser Körper kräftig Adrenalin ins Blut, denn nun heißt es richtig Gas geben und infolgedessen hüpfen wir zwei wie zwei aufgescheuchte Hühner herum, um alles zeitgerecht in Form zu bringen. So lange haben wir alles akribisch geplant und dann den ganzen Tag ein einziges Chaos.

Ob das noch glattgeht?

Fortsetzung bei Martina Prager

© Sylvia Eugenie Huber 2022-10-01

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