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#tanzinsglück#katzenliebhaberin#eigensinnmachtspaß

Katzen und Flamenco

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Katzen und Flamenco | story.one

Katzen spielen gern, selbst mit ihren Opfern. Männlein, Weiblein – es gibt keinen Unterschied. Der Flamenco spielt mit dir, das Opfer bist du und willst es sogar sein! Beide Seiten haben ihren Reiz. Einmal in diesen Krallen – auf ewig verfallen.

Geduld ist keine meiner Tugenden. Doch in Bezug auf Katzen ist sie da. Ebenso im Flamenco. Vieles Schöne, Interessante wurde ausprobiert, beim Flamenco blieb ich hängen. Zum ersten Mal entwickelte ich Geduld für etwas, das wachsen muss. Etwas, dass ich nicht gleich haben kann. Und gerade das, hat mich gereizt, wie nichts zuvor. Katzen sind sehr eigen, launisch und stolz. Unzähmbar, wenn sie nicht wollen. Das gefällt mir. Auch Flamenco braucht Freiheit.

Einerseits sanft und zärtlich, andererseits unberechenbar, gefährlich, sind Katzen für mich wunderschöne, faszinierende Wesen. Ebenso der Flamenco. Er lässt sich in keine Schublade quetschen, beißt und küsst dich nach Belieben. Die Katze ist ein Raubtier, dass sich streicheln lässt, falls du es verstehst. Ohne den nötigen Respekt wird es dich ignorieren oder anfauchen, vielleicht sogar verschlingen. Es verlangt von dir Achtung seines Eigensinns. Tu es oder lass es, aber mach – um Himmels willen – keine halben Sachen.

Den Gesang, die Bewegung und den Rhythmus in Einklang zu bringen, dies zu vermögen, kostet dich unglaublich viel Schweiß und Liebe. Doch ist der magische Augenblick gekommen, schmiegt es sich an dich, fühlst du dich ein bisschen wie auserwählt, geadelt, glücklich. Völlig alltags- und schwerelos.

Es gibt schwierige Phasen, in denen am Tag kein gutes Wort, des Nachts, kein Stündchen Schlaf dem Schmerz die Schärfe nimmt. Tränen fließen, kein Licht scheint am Ende des Tunnels zu leuchten. Und da, völlig unerwartet, kommt die Katze, kommt der Flamenco zu dir, und zeigt dir wer du wirklich bist. Ein Mensch, vollgestopft mit Emotionen. Ein einzigartiges Wesen, das einfach nur leben will. Die Katze streicht um dich herum, schnurrt, stupst dich und legt sich zu dir. Sie sagt:

“Du bist wichtig, versteht du das denn nicht? Du bist wichtig, weil du bist wie du bist! Absolut einzigartig und noch dazu MEIN Lieblingsmensch! Okay, ich will ganz ehrlich sein, du bist auch mein Futternapf, mein Kuschelsklave. Aber ich liebe deinen Geruch, deine Stimme und deine ganz spezielle Art. Ich vertraue dir. Hörst du? Wie kannst du weinen oder gar an dir zweifeln, wenn ICH dich liebe?"

Die Musik flirrt um dich herum, flirtet mit dir, weil du ihr gefällst, weil du ihr Raum gibst, ihr zuhörst. Du fühlst den Boden, der dich trägt, den du als Perkussionsinstrument bearbeitest, wild und leidenschaftlich. Du atmest die Luft, die dich in ungeahnte Höhen reißt. Deine Arme umarmen die Welt, die sich dir hingibt, wenn du dich tanzend mit ihr drehst. Und das Beste?

Da ist eine Katze, die wartet auf dich, wenn du dir schwer atmend und total verschwitzt die Schuhe von den Füßen reißt! Nach dem Flamenco ein feuriges Schnurrkonzert – was willst du mehr, du Glückspilz?

© Tanja Gitta Sattler 2021-03-21

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