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RIO: tanze Samba die ganze Nacht

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RIO: tanze Samba die ganze Nacht | story.one

Rio de Janeiro – Feber 2018: ich habe eine Woche freibekommen und genau dieses Jahr ist zu diesem Zeitpunkt das große Event in Brasilien. Glaubst du, ich habe zweimal überlegt? Nein, auch wenn es ein Wahnsinn ist, für paar Tage auf einen anderen Kontinent zu fliegen. Nevertheless I got the chance 🥳

Omg, wie viele Leute sind hier?! Am Vortag erzählte ich meinem privaten Tourguide Leticia, wo ich sitzen werde. Sie: “Wow, das sind die besten Plätze. Wie hast du da einen ergattert?” Tja, ich hatte ja keine Ahnung, denn ich habe mir die Reise individuell zusammengestellt und sie von einer Agentur buchen lassen.

Zuerst haut mich die Masse um, dann die laute Musik. Als vorbereitete Besucherin habe ich mir Ohrenstöpsel fest in die Ohrmuscheln gesteckt, aber dies macht kaum einen Unterschied. Achtung es geht los! Ich bin so aufgeregt. Es ist 21 Uhr: zu Beginn wird der Symbolfigur König Momo, die das Event eröffnet, ein Schlüssel übergeben. Jeder Paradewagen hat sein eigenes Thema mit Kostümen, Choreografie und Musik. Was ich nicht wusste, ist, dass dies ein Wettbewerb ist und die Sambaschulen gegeneinander antreten. Dafür wird fast ein Jahr lang trainiert.

Die Reihenfolge der einzelnen Gruppen wird durch das Los bestimmt. An den letzten beiden Tagen des Karnevals treten die Finalisten auf. So wie heute. Jede Sambaschule tritt mit 3000 bis 5000 Teilnehmern an, welche in bis zu 40 Gruppen mit 5 bis 8 Festzugswagen aufgeteilt sind. Beeindruckend ist, dass die Fahrzeuge gezogen werden, wahrscheinlich aus Sicherheitsgründen. Jede Schule bekommt 120 Minuten Zeit für ihre Parade. Das Nichteinhalten der Regeln des Wettbewerbs kann ihnen Punkte kosten. Die Kostüme sind sehr aufwendig designt und prächtig geschmückt. Sie funkeln wie in einem modernen Märchenland. In Kombination mit den dargestellten Figuren empfinde ich es, als würde jeder Zug seine Geschichte schreiben.Eigentlich habe ich voll den Stress😅, denn neben fotografieren und filmen, beobachte und analysiere ich die Tanzfolgen. Dann macht mich die Musik so wuslat, sodass ich selbst gerne Teilnehmerin wäre. Der Beat ist mitreißend, da bewegt sich mein Körper automatisch. Ist das vielleicht krass. Nicht, dass ich morgen mit Muskelkater aufwache. Die Musiker lassen echt Partystimmung aufkommen.

Der Sambodromo, das Gelände mit Tribünen, befindet sich im Stadtteil Estácio. Die Arena ist 700 Meter lang, somit haben die Teilnehmer ein Stückchen zurückzulegen. 88.500 Zuschauer haben Platz und es gibt Sitz- und Stehplätze. Ich bin dankbar für meinen Platz; kann mir gar nicht vorstellen einige Stunden zu stehen. Puh, müde bin ich auch schon, schlafe normalerweise um diese Zeit tief und fest. Es ist bereits 3 Uhr morgens und ich kann kaum mehr dem Spektakel folgen. Die Show ist noch immer nicht zu Ende, aber der Abholdienst ist vorgefahren. Derisch sitze ich im Bus Richtung Hotel und bin kurz davor einzunicken, während meine Füße noch den Samba-Beat spüren.

© Tori 2021-04-08

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