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Endlich die passende Jacke!

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Endlich die passende Jacke! | story.one

“Zieh dir eine Jacke an!” “Vergiss nicht deine Jacke!” “Du hast ja schon wieder keine Jacke an!” Mein Neffe Marco und Jacken, das war eigentlich schon immer eine schwierige Kombination. Irgendwie wollte er diese Dinger nie so richtig an seinem Körper haben. Er und Jacken sind quasi nicht auf derselben Wellenlänge! Ich kann mich an so viele Situationen und Momente erinnern, in denen meine Schwester ihn verzweifelt versuchte, zu einer Jacke zu überreden!

Dass ich einmal eine Geschichte über ihn schreibe, in der es um die PASSENDE JACKE geht, damit hätte ich wohl nie gerechnet. Nun hat auch er einmal eine passende Jacke gefunden! Seine Rotkreuz-Jacke, die er mit Stolz und sowohl Verantwortungsbewusstsein, als auch mit Leichtigkeit trägt.

Durch den Zivildienst kam er, mehr oder weniger wieder in die Pflicht eine Jacke anzuziehen. Eine Reihe wertvoller Erfahrungen und Erlebnisse folgten in dieser Zeit. Die Rettungsfahrten und der Kontakt zu den unterschiedlichsten Menschen prägten diesen jungen Mann und ließen ihn ein Stück weit erwachsener werden. Sein fröhliches und lustiges Wesen machten die Fahrt für viele kürzer und angenehmer. Das freundliche Feedback und die Dankbarkeit vieler Menschen waren für Marco eine Bestätigung der Wichtigkeit dieser Aufgabe.

War einmal etwas weniger angenehm, oder sogar belastend, fand man stets Unterstützung und Halt in der guten Kollegschaft. So lässt die Gemeinschaft und der Zusammenhalt beim Roten Kreuz Kollegen zu Freunden werden.

Natürlich gab es auch Situationen und Erlebnisse, die selbst einer Frohnatur wie meinem Neffen sehr nahe gingen. Beispielsweise die Tatsache, dass eine Patientin, welche sonst regelmäßig dreimal wöchentlich den Rettungstransport in Anspruch nahm, diesen plötzlich nicht mehr benötigte. Das Schicksal eines Menschen, welchen man automatisch schon in sein Herz geschlossen hat, das lässt niemanden kalt. Was aber wiederum zeigt, dass hinter diesen starken Persönlichkeiten, die täglich ihren Dienst für die Gesellschaft tun, Menschen mit Herz und viel Gefühl stecken.

Menschen, die nicht immer nur mit Freundlichkeit und Höflichkeit überschüttet werden. Oft müssen sie sich auch den Launen und Stimmungen der Menschen aussetzen, mit denen sie zu tun haben. Marco wurde einmal wegen seiner Tattoos beleidigt und diskriminiert. Es wurde ihm sogar gesagt, dass man mit “so Einem" nicht mit fahren möchte. Gut, dass er ein selbstsicherer Mensch ist, mit einer großen Portion Menschenliebe und Humor.

Irgendwann war sie vorbei, diese Zivildienst - Zeit und die damit eingehende Jackenpflicht! Doch Marco hatte diese liebgewonnene Jacke bereits so ins Herz geschlossen, dass er sich trotz seines Vollzeitjobs als ehrenamtlicher Mitarbeiter meldete. So darf er nun weiterhin stolz seine Jacke tragen, und dies sogar ganz freiwillig!

© Ulrima 2021-01-13

#ausliebezummenschen

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