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#freundschaft#leidenschaft

unverhofft kommt oft

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unverhofft kommt oft | story.one

Die Idee stammt aus einer Fortbildung aus meiner Kinderkrippenzeit. Ich war total fasziniert von ihr. Nur für die Umsetzung dieses Projektes fehlte mir das Wissen in dieser Materie.

Lange lag dieses Skript in meiner Schublade.

Wie es der Zufall wollte, kam ich mit einer damaligen guten Bekannten ins Gespräch und sie erzählte mir von ihrem früheren Beruf, nämlich Schneiderin. Mein Geist rief mir meinen noch unerfüllten Plan in Erinnerung und sogleich erzählte ich von dieser, wahrscheinlich ziemlich verstaubten Idee in meiner Schublade. Meine Bekannte freute sich über dieses Projekt und so kam es, dass wir gemeinsam eine Prototype herstellten. Es war ein Ding aus zwei Formen und jeweils 12 Stück. Er wurde aus Stoffresten gefertigt, dann befüllt. Jedes der zwölf Teile zugenäht und dann aufgefädelt auf einen Faden und systematisch von Hand zusammengenäht. So wurde diese Idee real, angreifbar – ein Greifball. Die Bälle werden bis heute an jedes Neugeborene in unserer Pfarre, das heißt in zwei Gemeinden, verschenkt. Die Nähgruppe trifft sich monatlich. Bei einer Tasse Tee oder Kaffee und manchmal einem Stück Kuchen wird neben netten Gesprächen, aufgezeichnet, zugeschnitten, genäht, befüllt und gefertigt. Allen Heinzelfrauen macht es großen Spaß und ganz viel Freude, ein Teil vom Entstehen dieses Spielzeuges zu sein. Zwei Nähmaschine laufen den ganzen Nachmittag, liebevoll von ihren Besitzerinnen geführt. Die Erste näht die zwei Teile zusammen und die Zweite schließt die Naht, nachdem ersteres mit Hingabe und Fingerfertigkeit befüllt worden ist. Es gleicht schon fast einer Vliesbandarbeit mit viel Herz und Liebe. Jeder Handgriff ist so gut wie automatisiert, denn Unser Kreativstübchen triffst sich nun schon seit zirka acht Jahren. Eine Jede von uns hat ihre Lieblingsaufgabe in der Arbeitsabfolge gefunden, wobei wir manchmal auch unsere Plätze tauschen. Unsere Nähfeen halten allerdings gerne und Gott sein Dank an ihren Begleiterinnen fest. Da braucht es nämlich ein „Foachtl“, wie man so schön auf zillertalerisch sagt. Übersetzt heißt das, dass hier Wissen, gute Handfertigkeit und viel Feinspitzengefühl gefragt ist.

Wir verwenden ausschließlich Stoffe, die bereits eine andere Verwendung in ihrem Leben hatten, sei es Bettwäsche, Vorhänge oder Kleidung… Bevor etwas entsorgt wird, wird geprüft, ob es nicht doch noch in unsere Nähwerkstätte Teil eines neuen Ganzen werden könnte. Auch das Füllmaterial kommt fast zur Gänze von daheim. Das Innenleben alter ausrangierte Pölster finden ihren neuen Platz zwischen den wiederverwendeten Stoffschnitten. Mittlerweile fügen wir in das Füllmaterial noch kleine Glöckchen hinzu. So sind unsere Kunstwerke für den kleinen Endverbraucher noch interessanter und anziehender.

Jedes Endprodukt ist ein Unikat mit Liebe gemacht.

Uns Werklerinnen macht es stolz aus „nichts“ etwas so Wertvolles zu machen und viel Freude, damit Kinder und Eltern beschenken zu dürfen.

© Ursula Daum 2020-10-14

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