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#kleinefreuden#improvisation#clownerie

Bühne frei… !

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Bühne frei… ! | story.one

Sag mal, wo hast du dich denn so lange versteckt?

Okay - ja klar, hast schon immer mal wieder herausgespitzt und ein paar Funken aufblitzen lassen. Aber jetzt, jetzt stehst du endlich im Rampenlicht und zeigst dich mir, mit all deiner Freude, Liebe und Lebenskraft!

Herzlich willkommen in meinem Alltag, lieber innerer Clown!

Hä? Was soll das denn?

Also - die Erklärung: ich mache seit einigen Monaten eine Weiterbildung in Therapeutischer Clownerie. Hört sich schon ein bisschen schräg an, gell?

Mit therapeutischer Clownerie werden oft in erster Linie die Klinikclowns assoziiert. Aber “Clownen” ist soviel mehr! Als Clown bin ich überall richtig, wo ein bissl Freude, Kraft und Hoffnung gebraucht wird. Es reicht schon, Menschen zum Lächeln bringen.

Clownen ist eine innere Haltung. Das Leben als Abenteuer sehen und im Moment sein. Das heißt den eigenen Impulsen vertrauen. Als Clown habe ich selten einen Plan. Und das ist auch gut so, denn der Kopf verkompliziert das Leben häufig. Situationen können regelrecht “zerdacht” werden. Oftmals lösen sich Probleme ganz von selbst, wenn man sie nicht dabei stört.

Clown sein bedeutet somit sich selbst zu vertrauen. Leben und genießen.

Als Clown gebe ich mich dem Fluss des Moments hin. Ich bin bei mir. Ich spüre, nehme wahr. Nehme meine Gefühle an, zeige sie. Kann sie weitergeben oder wandeln.

Als Clown darf ich alles sein, was ich will. Das bedeutet nicht, dass ich ständig mit roter Nase oder im Clownskostüm herumlaufen muss. Ich ziehe das an, wonach mir ist. Und wenn es an meinem Geburtstag ein Kleidchen nebst Zöpfen und Krone ist!

Als Clown darf ich auch alles tun, was ich will. Ich kann singen, tanzen, Rad schlagen. Musik machen. In einer Phantomime eine Sandburg bauen und dazu ein Liedchen summen. Oder einfach nichts tun. Die Bühne ist überall.

Zunächst aber ist viel Selbstentdeckung nötig um dem inneren Clown Raum gegeben. Es braucht Mut um auf einer Bühne zu spielen und zu improvisieren. Anfangs ganz schön ungewohnt, ohne Skript und Plan. Keine Scheu zu haben, wenn es heißt: Bühne frei! Interessant was dann dabei rauskommt. Oft lustig!

Die Ausbildung verändert. Am Schulungswochenende darf ich laut schreien, in einer Impro ein brüllendes Kleinkind mimen oder ein arbeitsloses Eichhörnchen. Es gibt nichts was es nicht gibt. Die Welt ist groß, sie bietet viel Platz um sich auszutoben und ausprobieren.

Jeder Clown ist anders. Es bereichert den eigenen Clown Stück für Stück zu entdecken und ins Leben zu integrieren. Macht Freude. Mein Clown ist neugierig, lebendig, verspielt und sanft. Er kann aber auch anders. Als Clown spiele ich nicht. Ich bin. Ich bin authentisch. Nur dann berühre ich und trete mit Menschen auf einer besonderen Ebene in Kontakt. Ohne Absicht. Es darf sein, was sein soll.

Es stehen noch sechs Ausbildungsmodule an und ich habe keine Ahnung wo mich der Weg hinführen wird. Aber der Weg ist schön und ich genieße es meinen inneren Clown einfach machen zu lassen. Er wirds schon wissen!

© Ursula Jocham 2021-10-18

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