skip to main content

#salzburg#zirkus#winterfest

14 Jahre Herberge in der Allee

  • 175
14 Jahre Herberge in der Allee | story.one

Es war die Idee von Georg Daxner und Reini Tritscher, der hier oft mit seinem „Theater Ecce“ geprobt und Schauspieler untergebracht hat: Ein Quartier und Begegnungsort mit sozialer Infrastruktur und Trainingsmöglichkeit für die Winterfestakrobaten.

Das sind die 4 Apartments und als gesellschaftlicher Mittelpunkt ein privates „Konzerthaus“ mit Wirtshausküche, ein Garten für Weihnachtsbaum und Schneemann und letztlich ein Faktotum mit allumfassender Zuständigkeit, das bin ich. Hier geht’s seit 2007 alljährlich um Weihnachten und Neujahr herum recht geschäftig zu: Ein Großfamilienleben der besonderen Art, vom Baby bis zum Großpapa, jedes der Familienmitglieder altersunabhängig eine interessante und liebenswerte Persönlichkeit.

Ich, der Herbergsvater mit mindestens 7 Händen wie eine indische Göttin bin gleichzeitig überall um der Akrobatengemeinde die Wünsche von den Augen abzulesen, sei es Platz zu schaffen für Davids Hochseiltraining, oder ein Kinderschlafzimmer zu improvisieren, oder ein Klassenzimmer für 12 schulpflichtige Akrobatenkinder zu gestalten und-so-weiter-und-so-fort.

Fast wie ein Familienmitglied war ich immer aufgenommen, sei es Weihnachten, Silvester oder einen Geburtstag mitzufeiern.

“Highlights” in meiner Erinnerung : Die Plauderstunden in der Halle mit David Dimitri, während er seine Salti am Seil vor- und rückwärts absolvierte (und das noch dazu mit gebrochenem Zeh); die Koch- und Tischzeremonie um den Weihnachts - Truthahnbraten der Tiger Lillies; das mir gewidmete Hauskonzert der fahrradakrobatischen Brass-Band „Circa Tsuica“; die (fast) allabendlichen Gespräche mit Père Alain (Cirque Alfonse) bei Pfeife und einem Glas Rotwein; der unvergessliche Ausflug mit Cirque Alfonse Akrobaten zum „Goaßlmacher“ Hasenöhrl nach Gois zwecks Kauf einer „Goaßl“ und mit erstem Schnalzertraining unter Lebensgefahr; und die Einladung, beim letzten Auftritt von „l‘enfant qui“ die Cellistin am Alphorn zu begleiten. Dieser Einladung habe ich mit der Bemerkung: „on your risk“ angenommen. Bach mit Cello und Alphorn war etwas Neues.

Famiglia Dimitri (2007), C.XY & Rasposo (2008), Hors Pistes (2009), Tiger Lillies (2010), The 7 fingers (2011 und 2013), l`enfant qui (2012), Akoreacro (2014), C.Le Roux (2015), C. Alfonse (2016 u. 2019), Flip FabriQue, CieXY (2017), Circa Tsuica (2018), Circa’s Peepshow (2019), Gravity & Other Myths, Circoncentrique (2021).

Der jährliche Höhepunkt war eine Zeit lang das Weihnachtsfest in der Halle, zu dem Georg Daxner Familie, Crew und einen riesigen Christbaum mitgebracht hat.

Nicht nur meine Hausgäste – so individuell unterschiedlich die Persönlichkeiten sind – habe ich kennen-, schätzen- und bewundern gelernt, auch all die Jahre die Fähigkeiten, das Improvisationstalent, die Flexibilität und Ausdauer der gesamten Winterfest– Crew, in guten und auch schlechten Zeiten. Was täten wir ohne solche Idealisten.

Herbert Köstler

© Winterfest Salzburg 2022-01-03

Kommentare

Gehöre zu den Ersten, die die Geschichte kommentieren

Jede*r Autor*in freut sich über Feedback! Registriere dich kostenlos,
um einen Kommentar zu hinterlassen.