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Eine Pekingente für Chaplin und Thierreé

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Eine Pekingente für Chaplin und Thierreé | story.one

Fabelwesen, Fische, Paradiesvögel zauberten Victoria Chaplin und Jean-Baptiste Thierrée mit ihrer Magie im „Cirque Invisible“ auf die Bühne des zweiten Winterfest. Eine Vorstellung mit viel Poesie,die in eine geheimnisvolle und zauberhafte Welt der Illusion entführte.

Georg Daxner kam im Jänner mit einer außergewöhnlichen Bitte – Georg hat immer wieder mit seinen Ideen verblüfft – zu mir. Diesmal soll ich für den Cirque Invisible eine Pekingente, eine lebende Pekingente besorgen. Denn, so Jean-Baptiste Thierrée, die auftrittserprobte Penkingente solle in die Pension geschickt werden. Die Ente hatte immer am Ende von „Le Cirque Invisible“ einen Auftritt mit dem Langohrhasen Louis, wo sie über die Bühne zu hoppeln und zu watscheln hatten.

So fuhr ich an einem Wintertag Anfang Jänner 2003 zum „Landgasthof Entenwirt“ nach Tarsdorf bei Ostermiething im Innviertel, um dort aus der Entenzüchtung eine Pekingente zu kaufen. Auf der Suche nach dem Entenwirt stand ich mitten im Restaurant, wo genussvoll Enten in vielen Varianten verspeist wurden. Mein Wunsch nach einer lebenden Ente für einen Circusauftritt überraschte sichtlich, aus einem ungläubigen Grinsen wurde bald ein lautes Lachen.

Von der Idee angetan, zeigt mir der Wirt seine Pekingentenzucht. In den Zuchträumlichkeiten waren die Enten nach Altersgruppen getrennt und ich durfte mir eine fast ausgewachsene Ente aussuchen. Die Tatsache, dass diese Ente die nächsten Jahre als international bestaunte „Artistin“ mitVictoria Chaplin und Jean-Baptiste Thierrée auftreten werde und nicht als Entenspezialität auf dem Teller serviert werden sollte, überwältigte den Wirt, Tränen traten in seine Augen. Und ich hatte die Genugtuung, eine Pekingente retten zu können.

Die Erinnerung an die Rückfahrt von Tarsdorf nach Salzburg zum Circuszelt im Volksgarten, mit einer Pekingente am Beifahrersitz, freut mich noch heute. Und die fantastischen Tierwelten des „Le Cirque Invisible“ gehören zu den vielen Erinnerungen an die von Begeisterung getragenen Anfangszeit des Winterfestes – und an Georg, seinen Enthusiasmus, der viele bis heute verzaubert, begeistert, glücklich macht.

Raimund Stadlmair

Bild © Soner Deimtras, Unsplash

© Winterfest Salzburg 2022-01-05

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