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Damals wie Heute - (un)denkbar?

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Damals wie Heute - (un)denkbar? | story.one

Im Oberen Mühlviertel in Oberösterreich wartet ein etwa eine Tonne schwerer, pyramidenförmiger Stein aus "Puchenauer Granit" auf meine Frau und mich, um in unser knapp 70 Kilometer weit entferntes Zuhause transportiert und dort im Garten aufgestellt zu werden. Nur: wir wissen aktuell nicht wie, ohne - etwa - zu viel an finanziellen Mitteln aufwenden zu müssen.

In Carnac/Frankreich steht bzw. liegt ebenfalls ein einst wohlgeformter Stein, ein Orthogneis, der Grand Menhir Brise, im Bretonischen "Er Groah - die Fee" genannt. Er/sie ist 300 Tonnen schwer und 21 Meter lang, außerdem 6.500 Jahre alt und stammt wahrscheinlich aus einem Steinbruch, der 12 Kilometer entfernt lag. Der Transport muss bei den damaligen Gegebenheiten über Land UND Wasser erfolgt sein.

Man fragt sich, wie haben es Menschen vor 6.500 Jahren geschafft, a) ein solches hartes Gestein derartig genau zu bearbeiten und b) einen 21 Meter langen und 300 Tonnen schweren Stein über 12 Kilometer in einem Stück zu transportieren.

Die Antwort ist: "Man weiß es nicht."

Die Schulwissenschaft - die nur das Denkbare nennt (auch wenn sie vielleicht mehr kennt) - meint, der Transport sei wahrscheinlich auf Holzrollen passiert. Das entzieht sich schon auf Land fast gänzlich meinem Verständnis und auf Wasser passiert das dann zur Gänze. Aufgestellt wurde der doch nicht so ganz leichte Menhir dann mit Seilwinden. Es mangelt einfach an denkbaren Alternativen.

Der "Andersdenkende" öffnet sich für Möglichkeiten wie die künstliche Erzeugung von Orthogneis vor Ort oder die Möglichkeit mithilfe der Naturelemente auch schwere Gegenstände zum Schweben zu bringen. Die Sage spricht zu guter Letzt von Riesen, die diese Steine transportiert und aufgestellt haben.

Die Antwort ist und bleibt: "Man weiß es im Moment einfach nicht!"

Meine Frau und ich wissen auch noch nicht, wie wir unseren “Ein-Tonner” im Rahmen unserer Möglichkeiten in unseren Garten schaffen können und wir schreiben das Jahr 2020, in einer sogenannten "fortschrittlichen" Zeit.

Vielleicht kennt ja jemand von euch, liebe Leser, einen Riesen. Wir freuen uns auf Informationen!

Eines ist klar und man weiß es inzwischen: Die Menschheitsgeschichte bietet mehr als bisher gedacht und in den Schulbüchern geschrieben steht. Genau das macht sie so spannend ...

... und manchmal bleibt uns im Moment dieser im Endeffekt unglaublich erleichternde Satz, der auch gar nicht so weh tut: "Ich weiß es nicht!" ...

... "Bis ich es dann weiß!"

© Wolfgang Lugmayr 2020-07-27

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