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#akzeptanz#zukunftsvision#vonherzzuherz

Felix 2080 - Kinderlachen, in echt

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Felix 2080 - Kinderlachen, in echt | story.one

Klein-Max sitzt im Garten. Er ist dankbar, dass sein Opa diese Oase gekauft hat, mit all seinen hohen Bäumen. Überall sonst gibt es fast nur noch Beton und dort kann er nichts riechen. Das macht Max sehr traurig.

Den anderen Kindern ist es egal, was rund um sie passiert. Sie leben und spielen in ihren virtuellen Welten, plaudern via implantierten KI-Chips, ohne sich persönlich zu treffen. Klein-Max versteht das sogar, in der virtuellen Welt braucht man auch nicht bei jeder drohenden Gefahr eine Maske zu tragen, oder man muss auch nicht beweisen, dass man keine Krankheiten hat, obwohl man sich doch gesund fühlt. Doch Max fehlt der direkte Kontakt, wie auch der Geruch frischer Erde in seinem Gesicht, nach einer ausgelassenen Toberei.

Er fühlt sich wegen seiner Bedürfnisse so anders, etwas scheint nicht in Ordnung mit ihm. "Was ist denn diese Ordnung für dich?", fragt ihn Felix, sein Opa. "Zu sein wie die Anderen!“, so die Antwort. Opa bohrt nach: "Warum ist dir das wichtig?“, „Um akzeptiert zu werden."

"Ich erzähle dir dazu eine Geschichte, lieber Max. Vor sechzig Jahren schien uns ein Virus zu bedrohen. Zu Beginn wirkte er gefährlich, doch wirklich gefährlich war die Berichterstattung darüber. Diese machte den Meisten von uns noch viel mehr Angst als der Auslöser, so viel Angst, dass sich eine große Mehrheit später ohne viel zu überlegen mit einem Impfstoff behandeln ließ, der kaum erprobt war. Jenen, die überlegten, wurde die Akzeptanz entzogen. Unter diesem Zwang wurden viele weitere Menschen davon überzeugt, sich impfen zu lassen."

"War das denn nicht gut für alle?", möchte Klein-Max wissen.

“Das ist eine gute Frage. Wir wissen es bis heute nicht. Das Thema wurde totgeschwiegen. Doch das Verhalten der Menschen machte möglich, was seither geschehen ist. Aus einer Gesellschaft wurde eine Zweckgemeinschaft von Individuen, die sich gegenseitig misstrauen. Dieses Verhalten öffnete jenen, die wir einst zu unseren Vertretern wählten, Tür und Tor, diese Trennung weiter zu fördern, denn sie machte uns leichter regierbar und mit Angst ist sowieso viel Geld zu machen. Wir verloren Schritt für Schritt unsere persönliche Freiheit.”

Max schwieg betreten, zu gut kannte er das Gefühl der Trennung. Felix-Opa fuhr fort: "Aber es ist durchaus in Ordnung, seine eigenen Wege zu gehen, auch wenn man von den anderen Menschen deswegen nicht akzeptiert wird. Eine Mehrheit kann irren, besonders wenn gewollt ist, dass sich diese Mehrheit irrt."

"Was kann ich tun?", fragt Klein-Max schließlich.

"Hör einfach darauf, was dein dir Herz sagt. Auf dein eigenes Gefühl kannst du dich verlassen. Es ist nie zu spät, dieses großartige Geschenk des Lebens auch anzunehmen."

"Ich lade jetzt meine Freunde ein, zu uns in den Garten. Ich mag mit ihnen spielen und plaudern, ganz in echt, ohne Angst oder Misstrauen", fasst Klein-Max einen Entschluss. Felix-Opa geht das Herz auf. Er liebt mehrstimmiges Kinderlachen im Garten, viel zu lange hat er es vermisst.

© Wolfgang Lugmayr 2021-07-05

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