“Ich glaube, wir haben damals nicht unsere Unschuld verloren, als wir das erste Mal Sex hatten. Ich glaube, das ist spĂ€ter passiert. Vermutlich miteinander. Vielleicht beim Sex. Wahrscheinlich im Bett. Auf jeden Fall spĂ€ter.
Und jetzt fĂŒhle ich mich irgendwie taub. Du ziehst dich aus und ich fĂŒhle mich, als sĂ€Ăe ich wieder in der Schule. Ein nackter Körper, den es zu beschriften gilt: Muskel, Haut, Knochen, Sehnen. Du fasst mich an, und alles, was mal Gedichte waren, fĂŒhlt sich jetzt an wie im AufklĂ€rungsunterricht beigebracht.”
“Ein Hauch von Nichts” ist eine autobiografisch inspirierte Kurzgeschichtensammlung, in der die Protagonistin ihr Erleben von sexueller Partnerschaftsgewalt kĂŒnstlerisch verarbeitet. In sechzehn Texten wird Frausein auf brutal ehrliche und zugleich poetische Art dargestellt. GeprĂ€gt von tiefster Verletzlichkeit, navigiert die Autorin durch die KomplexitĂ€t von Liebe und Verrat, Taubheit und Schmerz – und lĂ€sst die dunklen Facetten von Rape Culture ans Licht.
© Lillian Vanderlinden 2025-09-01
Book Category
Novels & Stories