by Luxbrae
Nelly betrachtete das Lichterspiel der Hochhäuser draußen.
Das kleine Mädchen konnte nicht schlafen. Und das, obwohl sie die Decke ganz bis zur Nasenspitze hochgezogen hatte.
Also schaute sie vom Bett aus, durch das große Fenster.
Es war schön, wie die ganzen roten, weißen, grünen und gelben Lichter, sich abwechselten.
Sie nahmen ihr die Angst vor der Dunkelheit, während sie darauf wartete einzuschlafen.
„Wer kann den da nicht schlafen?“, fragte da eine leise helle Stimme. Fast hätte Nelly sie zwischen den Autos draußen überhört.
„Hier“, rief die harfenzarte Stimme erneut.
Nelly schaute sich im Zimmer um, doch da war niemanden. Sie hatte Angst, wenn auch nur ein wenig. Wer war hier?
Erst dann sah sie den zarten Schatten in einem der Lichterkegel von draußen stehen.
Kaum größer als Püppchen, und nicht breiter als ein Finger war die Figur auf dem Fensterbrett.
„Was bist du?“, fragte Nelly zögerlich.
„Deine gute Fee, Aisi“, bekam sie sanft zurück gesummt.
Und noch während Nelly hinsah und ihren Augen nicht trauen konnte, veränderte die Gestalt sich.
Schmetterlingsflügel wuchsen aus dem unscharfen Schemen, der auf ein mal zu leuchten begann. Wie ein kleines Nachtlicht, in dessen Mitte eine winzige Frau stand.
Sie hatte Silberblondes, wallendes Haar. Dessen Strähnen in alle Richtungen davon fliegen zu wollen schienen.
Sie hatte ein breites Grinsen, das sie kaum unter ihren winzigen Fingern versteckt bekam.
Ihr winziges Kleid schien aus Blütenblättern gemacht zu sein.
„Meine Gute Fee?“, fragte Nelly: „Heißt das, du erfüllst wünsche?“
„Ich versuche es zumindest“, schmunzelte die Fee Aisi: „Aber wir alle haben unsere Grenzen. Trotzdem erzähl mir gerne was du dir wünschst“
„Kannst du machen, das Mama und Papa mehr Zeit für mich haben? Sie scheinen immer so beschäftigt zu sein“, sagte Nelly traurig.
Doch die Fee schüttelte ihren kleinen Kopf. „Deinen Eltern kann ich leider nicht helfen. Aber keine Sorge. Ich spüre das du sie sehr liebst. Und dich lieben sie sicherlich auch aus tiefstem Herzen. Bald werden sie wieder Zeit für dich haben“
„Ich wünschte, bald wäre schnell jetzt“
„Das wird es, so schnell wie ein Traum verfliegt“, versicherte Aisi die Fee.
„Mhmmmmm“, überlegte Nelly: „Ich glaube, dann lass mich Schlafen! Damit Morgen noch viel schneller kommt.“
„Das erfülle ich dir gern, und noch viel mehr!“, ertönte der Musik gleiche Klang der winzigen Feenstimme.
„Was hältst du davon, wenn ich dich in das Land hinter den Träumen mitnehme?“
„Das Land hinter den Träumen?“, fragte Nelly.
„Ein wundervoller Ort, wie du ihn nicht mal aus den schönsten Märchenfilmen und Geschichten kennst!“, erklärte ihr die Fee mit gehobenem Zeigefinger und zwinkerte ihr zu: „Ich verspreche es dir, großes Feen Ehrenwort“
„Und du musst auch nicht weggehen, leg dich einfach hin. Schlaf und Glaub daran“