by Florin Isac
Florin Isac 
Lukas ging eines Morgens in den Wald, um sich ein Versteck zu bauen. Er fand einen Ort an einer Schlucht, dort beschlossen er, sein Versteck zu bauen. Er ging tiefer in den Wald, um dicke und lange Stöcke zu sammeln.  Er sägte einen dicken, langen Ast ab und machte sich auf dem Weg zum Versteck. Sofort machte er sich an die Arbeit.  Er ging ein paar Schritte zurück, um seinen Fortschritt zu betrachten. Der Boden war matschig und er fiel die Schlucht Kopf über nach unten. Als er wieder erwachte, lag er nicht auf dem Boden der Schlucht, sondern saß auf dem Rücken eines Pferdes. Er trug eine schwere Ritterrüstung und das Visier seines Helmes war unten. Lukas konnte nicht genau sehen, wo er sich befand. Plötzlich hob der Reiter vor ihm den Arm. Alle Ritter blieben stehen. Vor ihnen lag eine Stadt, die Lukas nicht kannte. Er blickte sich um. Neben ihm wartete auch ein Ritter. Diesen fragte Lukas: „Weißt du, wo wir uns befinden?“ „Ja, wir haben es endlich geschafft“, antwortete dieser, „wir stehen vor Jerusalem.“ Geschafft, vor Jerusalem, Ritter – plötzlich wusste Lukas, wo er war. Er war zurück in der Zeit gereist. Ins Mittelalter. Er befand sich als Kreuzritter vor Jerusalem.  Doch welcher war es. Lukas wusste, dass er mehrere gab. Da rief ein Junker: „Nieder mit Saladin!“ Nun wusste er es. Es war der dritte Kreuzzug und unter ihnen musste der berühmte Richard Löwenherz sein. Er musste Löwenherz warnen. Lukas wusste, dass er am Heimweg in eine Falle gelockt werden würde und sich seine Rückkehr nach England verzögern würde. Er machte sich sofort auf die Suche nach Richard. Kurze Zeit später fand er ihn auch. Er saß mit seinen Männern beim Lagerfeuer. „Sir Richard“, begann Lukas, „darf ich sie unter vier Augen sprechen?“ Der König blickte auf und antwortete: „Tu dir keinen Zwang an, edler Freund, ich habe vor meinem Gefolge keine Geheimnisse.“ Dabei klopfte er Lukas auf die Schultern. „Sag mir Freund, worüber willst du mit mir sprechen?“, fragte er noch einmal. Lukas war so baff, dass er plötzlich kein Wort mehr herausbrachte. Löwenherz lachte laut auf. Seine Gefolgsleute taten es ihm gleich. „Vielleicht hilft dir ein Stock beim Sprechen, an dem du dich stützen kannst“, lachte Löwenherz weiter. Ein Knappe warf Lukas den Stock zu. Dieser traf ihm mit voller Wucht am Kopf. 
„Lukas!“, hörte er eine Stimme. „Sir, Ihr müsst euch in Acht nehmen“, brachte er endlich hervor. „Was redest du denn da?“, fragte eine ihm bekannte Stimme, „Ich glaube, du bist auf den Kopf gefallen.“ Lukas öffnete die Augen und er befand sich am Boden der Schlucht. „Wo ist König Richard, wo sind die Kreuzritter?“, stotterte Lukas verwirrt. Sein Vater half ihm auf und antwortete: „Die sind vor ca. 700 Jahren verstorben.“ Und so steht weiter in den Geschichtsbüchern, dass Richard Löwenherz in Dürnstein gefangen gehalten wurde und die Sage von Blondel in den Deutschbüchern, nur weil Lukas seinen Mund nicht aufgemacht hat. 
© Florin Isac 2023-02-01