Sie wärmt uns nicht nur von außen, sondern auch im Inneren. Unsere Laune verbessert sich schlagartig, wenn sie Dienst hat. Und das tut sie zu jeder Jahreszeit. Manchmal übertreibt sie ihre Arbeit ein bisschen, da darf man sich auch mal vor ihr schützen und in den Schatten zurückziehen.
Heute war so ein schöner Herbsttag. Die Sonne hat es sehr gut mit uns gemeint. Eine leichte Brise wehte um die Nase. Die Menschen trotzen dem Coronawahn und dem derzeitigen US-Politik-Krimi – ein Krimi, der Weltgeschichte macht. Da ja alle Gaststätten, Kinos, Theater … geschlossen haben, werden wir endlich munter und angeregt, mal wieder etwas kreativ zu werden. Denn diese Kreativität ist ja völlig ins Hintertreffen gelangt und vielleicht sogar bei dem einen oder anderen total eingeschlafen.
Familien schufen sich ihr eigenes Lokal, indem sie einen Campingtisch und zwei Stühle in die Natur stellten. Ein Picknickkorb durfte nicht fehlen. An anderer Stelle standen mit Abstand zwei Pärchen, die Thermobecher in der Hand hielten. Sie haben sich ihren Kaffee oder Tee mitgebracht. Ich fand das so schön. Und was das Beste ist, dadurch kommt man auch wieder mit fremden Menschen ins Gespräch. Durch Eigeninitiative bekommt das Leben wieder Schwung und der Alltagstrott tritt ein bisschen in den Hintergrund. Gegenseitige Hilfe und Unterstützung wird aus dem Dornröschenschlaf geholt. Wir sehen auch mal wieder den Menschen neben uns und sind nicht nur in uns gekehrt.
Ich habe heute so viele fröhliche und strahlende Gesichter gesehen. Familien waren mit dem Ruderboot unterwegs und ankerten am Ufer der Havel, um gemütlich zu picknicken. Die Kinder spielten im Gebüsch Verstecken. In einer anderen kleinen Bucht weilte ein Pärchen mit einem Hund. Dieser fühlte sich total wohl und ihm schmeckte sichtlich das Havelwasser.
Wir sehen, es geht auch anders ohne großen Aufwand und große Geldausgaben – jedoch mit viel Spaß, Glück und Zufriedenheit. Gerade das hat uns in den letzten Jahren sehr gefehlt. Viele kommen auch gerade in dieser nicht so einfachen Zeit zum Nachdenken über ihr eigenes Leben. Was ist denn wirklich der Sinn des Lebens? Einfach nur arbeiten, arbeiten, arbeiten oder wieder etwas für sich selbst und mit der Familie zu tun? Ich denke, diese Frage ist leicht zu beantworten. Ist sie auch leicht umzusetzen? Sagen wir JA zum Leben und nehmen wir die Herausforderungen dankbar an. Dann werden wir auch wieder in unsere goldene Mitte kommen und das Leben auf eigene Weise genießen können.
Ich bin glücklich und dankbar darüber, dass ich diesen herrlichen und sonnigen Tag genießen durfte. Zufrieden und voller Elan stieg ich nach diesem schönen Spaziergang in mein Auto und fuhr nach Hause. Voller Tatendrang ging ich wieder an meine Arbeit, um den Menschen Unterstützung am Telefon zu geben, denen es nicht so gut ging. Denken wir noch einmal daran, dass DANKBARKEIT das kleinste Gebet ist. Jeder Mensch sollte täglich 10 Minuten dafür verwenden, um dankbar zu sein.
© Daniela Reinelt 2020-11-08