Eifersucht auf denselben Namen einer anderen Frau. Ist naheliegend, vor allem, da ich bereits so eine Situation hatte. Vanessa 3 und Vanessa 4 waren mit mir auf einer Party. Vanessa 3 mochte es nicht, dass es noch eine Vanessa in meinen Kontakten gibt. So bekam Vanessa 4 einen Spitznamen, der nicht generisch ist und auch immer noch so in meinen Kontakten steht. Anhängend sind Emojis, die bei einem Anruf über meine Kopfhörer ebenfalls vorgelesen werden. Es ist ziemlich irritierend, wenn auch witzig.
„Küken-Emoji“, „Frosch-Emoji“, „Rosa Tulpen-Emoji“, wie soll man da ernst bleiben? Emotionslos werden Emojis vorgelesen, welche ja Emotionen darstellen sollen. Das ist so ähnlich wie als die Jugendwörter, die von Susanne Daubner vorgelesen werden. Irgendwo zum Fremdschämen, oder cringe, aber doch erheiternd.
Was aber definitiv ein Vorteil des Spitznamens ist, dass, wenn Leute beide Vanessae kannten, man mit den Spitznamen die Person genauer identifizieren kann. Wenn ich Vanessa sagte, wusste man es ist Vanessa 3 gemeint, beim Spitznamen Vanessa 4. Die Spitznamen gingen dann weiter und Vanessa 4 und ich hatten „interne“ Spitznamen. Diese waren allerdings so generisch wie „Alter“ oder „Diggi“. Hätte ich jemand anderem gesagt: „Jo ich bin mit Diggi unterwegs“, hätte man bei der Klinik angefragt, ob es eine Rückgabefrist und -gebühr gibt.
Vanessa 3 wusste zum Glück nicht, dass noch weitere Vanessae in meinem Handy schlummerten und weitere Vanessae folgen sollten. Ich bin so schrecklich unkreativ mit Namen. Wenn ich in mein Telefonbuch im Handy sehe, finde ich Vorname Ort am häufigsten. Problematisch wird es dann, wenn man jemanden mit demselben Namen und demselben Ort kennenlernt wie eine existierende. Dann werde ich so kreativ und schreibe die Haarfarbe dazu. So entsteht dann z.B. „Phillipp München Blond“. Sehr hilfreich, wenn die Person dann die Haare färbt. Dann muss der Kontaktname geändert werden und ich muss mich an den neuen Namen gewöhnen.
Allerdings habe ich auch Kontakte gespeichert wie „Bibabutzemann“, „Poke Go“ oder „Mr. Google“. Meistens weiß ich auch wer sich dahinter verbirgt. Meistens. „ERW“, sagt mir zum Beispiel gar nichts mehr. Wer schreibt schon Vor- und Nachname auf, das wäre ja zu simpel. Wenn dann noch ein geläufiger Nachname im Spiel ist, hilft das eh nicht viel.
Vanessa 4 bekam auf jeden Fall ihren individuellen Spitznamen, den ich auch heute noch verwende, wenn ich von ihr erzähle. Jedoch nicht bei allen. Einige kennen nur Vanessa 4 und einige nur Vanessa 3, andere nur Vanessa 8 & 9, andere nur Vanessa 7. Wenn ich über andere Personen rede, die denselben Namen haben, z.B. Anna, wird nach dem Kontaktebuchprinzip vorgegangen. Entweder Ort, oder eine Bezeichnung mit der man sich wohlfühlt. So wird aber auch mal schnell der Mann von Anna zu „Pokemon Annas Mann“. Namen sind eh nur erfunden, warum nicht einfach mit dem Erfinden weitermachen?
© Sven Scheunemann 2024-04-14