Kann man nach einer Person süchtig sein?

Gabriele Feichtinger

by Gabriele Feichtinger

Story

Es ist mir passiert und sicher einigen von euch auch schon.

Als Beispiel möchte ich den Roman von Lew Tolstoi „Anna Karenina“, welcher über Ehe und Moral in der adeligen russischen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts handelt. Eine Mischung aus leidenschaftlicher Liebe & Abhängigkeit zwischen der verheirateten Anna Karenina und dem Casanova Offizier Graf Wronski mit dramatischem Ende.

Nun zu meiner Geschichte. Vorgeschichte siehe meine Story „Es war ein gefährliches Spiel“.

Noch nie habe ich so etwas gemacht und mich einem Mann mit verbundenen Augen hingegeben. Bereut habe ich es trotzdem nicht. Noch im Bett nahm er mir den Seidenschal von den Augen. Seine Augen blitzen mich voll Begeisterung an.: „Wenn ich vorher gewusst hätte, was du für wunderschöne Augen hast …..“ Außerdem bist du sehr leichtsinnig. Es hätte ins Auge gehen können.“ Ja, er hatte recht. Nicht, weil ich es nicht bedacht habe. Es war noch immer eine gewisse Sucht nach Leidenschaft in mir. Diese Sucht war so intensiv, mehr als die Angst vor irgendwelchen dramatischen Auswirkungen. Ich sah ihn an. Ein sehr schöner großer Mann mit langen Haaren, Brustwolle und gierigen Augen, welche mir damals schon zeigten, dass er mehr von mir wollte. Brusthaare an Männern finde ich einfach sexy. Ich mag keine Männer, welche komplett rasiert sind. An gewissen Stellen ja, sonst soll Mann so bleiben, wie Gott ihn schuf.

Wir gingen noch auf ein Getränk in ein Beis’l. Dieses Lokal befindet sich in der gleichen Straße eines Swingerclubs im 20. Bezirk. Doch soweit waren wir noch nicht. Der Abend bzw. die Nacht fand für mich so einen tollen Abschluss, da ich mich wahnsinnig gut mit Armin unterhalten konnte. Und, was ich auch ganz toll fand. Er hörte mir wirklich zu. Der erste Mann, der das tat. Wir beschlossen, uns wiederzusehen und das schon sehr bald. Er konnte es einfach nicht erwarten. Danach ist das passiert, was ich eigentlich vermeiden wollte. Ich habe mich verliebt. Umgekehrt schien es ebenfalls so zu sein. Das intensive Eintauchen in die Swinger-Szene machte mich mehr und mehr von diesem Mann abhängig. Eine Welt, die ich bisher noch nicht kannte und meine Sucht nach mehr noch bestärkte. Auch, wenn mir manches zuwider war. Er schaffte es immer wieder mich so zu manipulieren, dass ich bei allem mitgemacht habe. Ich liebte seinen Körpergeruch, der echt nicht immer nach frisch gewaschen roch. Keine Ahnung, was das war. In seiner Gegenwart verlor ich einfach den Verstand. Eine Zeit lang wollte er sogar ein Kind mit mir haben. Zum Glück war ich bereits sterilisiert. Der erste Mann, der diesen Wunsch hatte.

Damals habe ich Liebe mit Hörigkeit verwechselt. Ich habe sehr gelitten. Besonders, wenn er sich einer anderen Frau zuwandte und mich nicht berührte. Ich kam mir sehr oft ausgenützt vor. Um ihn zu gefallen, machte ich trotzdem weiter. Es ging so zwei Jahre bis sich meine Jugendliebe per sms bei mir gemeldet hat. Doch das ist eine andere Geschichte…

© Gabriele Feichtinger 2020-07-16

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