Köln-Strumbach Theorie 2/3

by Luxbrae

„Entschuldigen sie? Kennen sie zufällig, wo lang es nach Strumbach geht?“, Krisi war erleichtert, als der Passant nicht einfach weiter lief, sondern sich zu ihr umdrehte. „Strumbach?“, fragte der Mann im hohen Mantel, die Kombination mit seiner Wintermütze bedeckte fast sein komplettes Gesicht: „Ne nicht genau? Wo liegt das denn?“
„Hier in der Nähe von Ossendorf“, erwiderte Krisi.
„Mhmhmm ich würde dann mal auf der anderen Seite von Ossendorf schauen. Um Ehrenfeld habe ich nichts von Strumbach gehört.“
Krisis verabschiedete sich und zog mit Klammen Fingern ihr Handy hervor. Das Display war blendend hell in der Düsternis, die sich bereits über die Stadt gelegt hatte.

“Köln-Strumbach” gab Krisis in ihre Suchmaschine ein und verzweifelte fast, als ihr Empfang kurzzeitig abbrach. Nach ein wenig nervösen herumgetippt, luden endlich die ersten Ergebnisse.
Strumbach im Uhilgstal, Strumbach im Böhmerwald und viele andere Treffer, die nichts mit dem Ort zu tun hatten, in dem sie aufgewachsen war.

Wie gerne sie jetzt einfach ihre Eltern angerufen hätte. Einfach nur damit sie ihr bestätigen konnten, das sie nicht verrückt war. Das Strumbach existierte. Dass der Ort existierte, an dem sie aufgewachsen war und in dem fast alle ihre Erinnerung spielten, die sie vor ihrem 16 Lebensjahr gemacht hatte. Ihr altes Kinderzimmer, ihr Haustier, der Marktplatz auf dem sie oft gespielt hatte, dieser chemische Geruch von der Fabrik, der oft über allem lag, ihre Schule, ihre Kindheitsfreunde zu denen sie keinen Kontakt mehr hatte…

* * *


„Hey! Schatz. Alles okay? Du wirkst ziemlich gestresst?“
„Ja, ja, Arbeit heute war nur ziemlich hart. Ich muss nur noch ein paar Sachen durchschauen, um etwas zu finden, das ich heute gesucht habe.“
„Und das in deinen alten Kindersachen?“
Trotz des seltsamen Gefühls, das Krisi nicht losließ, musste sie schmunzeln. Malik hatte sie wieder mal etwas durchschaut. Sie kramte weiter in den zwei alten Kartons, ohne sich umzudrehen.
„Ich habe einfach etwas, das mich gerade nicht loslässt. Kannst du dich bitte noch etwas um Maja kümmern?“

Egal wie sehr Krisis auch suchte, Freundschaftsbücher, alte Dokumente, irgendwelche schriftlichen Belege oder Rufnummern, zwischen ihren alten Kindersachen fand sie nichts. Nur ordentliche Bücher, oder sauberes Spielzeug, das sie nicht hatte wegwerfen oder Maja geben wollen, einfach nur, weil ihr Herz zu sehr an den Sachen lag. Und 2-Jährige wirklich gut darin waren Sachen zu vernichten, die sie zufällig in die Hände bekamen.
Aber nichts, mit dem sie jemanden aus ihrer alten Heimat hätte kontaktieren können.




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