Gesammelte Anekdoten, die mit Komplimenten anfangen und mit Misstrauen enden
Per sms: Du bis dreizehn und ein deutlich älterer Typ macht dir Komplimente und lädt dich zum Eis-Essen ein. Zwar triffst du ihn nie, doch als du Jahre später einen Artikel über Grooming liest, läuft dir ein Schauer über den Rücken.
Online: Er schreibt dir nach eurem Treffen, obwohl du inzwischen weggezogen bist. Er beschwert sich ĂĽber seine Freundin und schenkt dir Aufmerksamkeit. Du googelst, was BJ heiĂźt, weil er fragt, ob du es magst.
Dein erstes Dickpic ist ein StĂĽck Fleisch auf dem Waschbeckenrand.
Im Freundeskreis: Er küsst dich und fasst dich an und schreibt am nächsten Tag, dass er nichts Festes will. Später findest du heraus, dass er eine Freundin hat. Hast nichts geahnt, auch nichts Festes gewollt und doch ein schlechtes Gewissen.
Was ihr fĂĽreinander bleibt ist ein Geheimnis im Freundeskreis.
Hinter der Bar: Er versucht, dich zu einem Drink einzuladen und steckt dann das Trinkgeld in deine Brusttasche. Seine Freunde sehen es, lachen und denken, es sei okay fĂĽr den restlichen Abend.
Du hast nie so viel Trinkgeld verdient. Dein Gesicht schmerzt beim Lachen und du fĂĽhlst dich leer.
Beim Feiern: Er drĂĽckt dir ein Bier in die Hand, du trinkst, weil du leichtgläubig bist und auch schon ein bisschen betrunken. Und eine ErinnerungslĂĽcke später läufst du mit nassen Haaren aus seinem Hotelzimmer. Ein GlĂĽck, dass deine Muskeln erinnern wie du dich wehrst; Ein GlĂĽck, dass er damit beschäftigt ist, seinen alkoholisierten Körper in Aktionsstellung zu bringen, nachdem er dich unter seine heiĂźe Dusche gezogen hat. Du lässt nie testen, was im Bier war – in deinem Blut war. „Warum hast du was von Fremden angenommen?” hätten sie gefragt, und „Was hattest du an?”
Nachher lĂĽgst du, um andere Tests zu machen, die Wahrheit wiegt zu schwer.
Im Urlaub: „Sexy, sexy, boyfriend, boyfriend?” Er schreit ĂĽber die StraĂźe und du gehst weiter in die andere Richtung. Schwach von der Sonne und schwindelig von der Wut. „Sexy lady, you want man?” Er dreht um und geht jetzt hinter dir. Du gehst schneller und steigst in einen Bus.
Fährst in die falsche Richtung, aber schneller als er.
100 Meter von zu Hause: „Geiler Arsch!” Ein Pfeifen, eine Geste und er fährt auf seinem Rad in Schlangenlinien bis zur Kreuzung und verschwindet um die Ecke
„Hätte ich nicht die rote Hose angezogen..” So beginnt dein erster Gedanke, aber eigentlich hat deine Sporthose um gar nichts gebeten. WĂĽtend, weil das als Frau in dieser Gesellschaft dein Reflex ist.
Und doch fĂĽhlst du dich die restliche Strecke unwohl in deiner roten Sporthose, in deiner Stadt – und in deiner Haut.
© G1rlAtTheRockSh0w 2025-04-19