Sieben auf einen Streich

Gemeindebauferdl

by Gemeindebauferdl

Story

Was warn des für glorreiche Zeitn früher bei den Großeltern. Frühlingserwachn in der Luft und schon sind die deppatn Fliegn herumgflitzt als wärn die Wänd voll Biomüll (warns meines Wissns aber ned). A Fliegnklatschn hat in keinem Haushalt gfehlt. Die Marthaoma is von März bis September am Schaukelstuhl gsessn, friedlich dahingwippt dass man gemeint hätt sie is schon hinüber und pendlt nur aus, und wenn der kleine Ferdlhosnscheißer zu Bsuch war, gabs vom Ferdiopa an Kübl Wasser über den Schrumplkopf von der Oma, damit i und der Ferdiopa was zum Lachn ghabt habn.

Dabei war des eh nur Täuschung von der Oma. Sobald sich was bewegt hat wurd draufprackt. Für Viecher in der linkn Hand die Fliegnklatschn und für alles andre in der rechtn Hand der Teppichpracker. An Schepperer hats gmacht, egal was erwischt wurd, solangs tot war hat die Marthaoma wie die Mörderpuppn ausm TV glacht und wenns noch keine X-erl in die Augn gsehn hat, wurd unzählige Male der Todesschlag wiederholt bis sie wieder sanft in die Ruhephase wechseln konnte. REM-Phasen für Fortgschrittene, Tötn, Lachn, Schlafen. A Kunst die nur wenige beherrschn. Gott hab sie selig.

Glernt hat der kleine Ferdl viel von ihr, aber die Fliegnklatschn is mir letztn Sommer a zum Verhängnis gwordn. Beim Tandler ums Eck gabs elektrische Fliegngriller, aber des Chinaplunder hatt an Fehler: Viel zuviel Strom! Des wusst der Ferdl davor aber ned. Gwundert hats mi nur, dass die Viecher schon Zentimeter bevor i ihr Todesurteil sprechn konnt Herzrhythmusstörungen bekamen, a kleiner Blitz zwischn Klatschn und Getier sichtbar wurd unds danach lustig verpufft sind statt tot zu Bodn gfalln. Da is der Ferdl neugierig gwordn. Die Macht des Zeusschen Fingers is kein Spielzeug. Gut dass a verantwortungsbewusster Mann wie der Ferdl in Besitz des auserwähltn Mordwerkzeugs kommen is, will mir ned ausmaln, wenn des a Irrer in die Finger bekommt.

Aber des Röstaroma von den grilltn Insektn is mir in zerebrale Zonen zogn, die für Fantasie und irrationale Handlungen verantwortlich sind (des Areal is bei mir sonst verkümmert) und des wollt scheinbar erkundet werdn. Innere Triebe soll man ned aufhalten, also hab i die Tür zum Hausgang aufgstoßn, bin der Nachbarskatz nachgstieflt, dann hats bzzzz pft gmacht, gstunkn hats unds Katzerl war nackert. Raus in Hof und a zünftigs Schmetterlings-Pearl Harbor inszeniert, bis dem Ferdl der Geistesblitz seines Lebns eingfahren is. Zum Tonibauer jenseits der Grätzlgrenze glaufn und die Wunderwaffe an Kalb aufn Oasch klatscht. Die Überspannung war so stark dass i ned loslassn konnt und des Rindvieh zerst in Flammen aufgangen is und schlussendlich medium-rare vor mir stand. I war zufällig hungrig also passt eh.

Mit der Sättigung is a die geistige Klarheit wiederkommen und nach dem Schmaus bin i zum Tandler, ihm sein gfährlichs Gerät um die Ohrwaschl haun. „Den Schrott kannst behaltn, gib mir s Geld zruck, du Lump!“ Die Moral von der Gschicht, hungrig töten lohnt sich nicht.

© Gemeindebauferdl 2021-12-22

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