… röm, pöm, pöm! Wer die Sendung mit Kermit, Miss Piggy, Waldorf und Statler kennt, kennt sicher auch ‘Swedish Chef’, den dänischen Koch. Für mich in jungen Jahren eine meiner Lieblingsfiguren der Muppet-Show. Und denke ich an IKEA, fällt mir eben auch der schnauzbärtige Küchenchef ein.
Aha? Und was hat jetzt ein dänischer Koch mit einem schwedischen Möbelhaus zu tun? Also die Wahrheit ist: Nichts. Außer, dass ich den Singsang des ‘Swedish Chef’s’ im Ohr hab.
Als ich damals, blutjung, das erstemal in meinem Leben bei IKEA reinschnupperte, machte ich mir über das Land, den Gepflogenheiten oder die Sprache keine Gedanken. Schwedisch, dänisch, norwegisch? Skandinavisch halt, das war die Gesamtfassung die von Gelerntem aus der Schule hängenblieb. The Swedish People und IKEA mögen mir verzeihen.
Aber die Besonderheit für mich war, dass man in diesem Einrichtungshaus auch ein bisschen in der nordischen Küche gustieren konnte. Und so blieb vor allem der Elchbraten und eine Packung Bröd – röm, pöm, pöm – als erster ewiger Eindruck bei mir haften.
Dass die Möbel Namen tragen und alle selbst zusammen zu bauen sind, drang erst einige Zeit später in mein Bewusstsein. Die erste Errungenschaft: ein Holzperlenvorhang und eine Minikommode (war das damals schon ‘Ivar’?), der Name des Vorhangs fällt mir aber partout nicht mehr ein. Vielleicht ‘Astrid’ oder ‘Nils’? Egal. Diese beiden haben ja leider schon lange das Zeitliche gesegnet. Ob dies möglicherweise an fehlenden Schrauben lag, entzieht sich aber meiner Kenntnis.
Denn dass zuwenig Schrauben in den Do-it-yourself-Packungen sind, kann ich IKEA ja nicht vorwerfen. Ganz im Gegenteil. Immer wieder fand ich mal zu viel des Guten vor. Die Verunsicherung, etwas vergessen zu haben, ist bei einem Nichtprofi wie mir, damit allerdings auch schnell entfacht.
So auch letzten Samstag. Nach eingehender Suche nach einer neuen Sitzgelegenheit kam ‘Poäng’ zu uns. Zu Hause angekommen bereitete ich in der Küche erst einmal – röm, pöm, pöm – ein Smörrebröd. Währenddessen kümmerte sich mein Liebster um das neu erworbene Stück. Als gelernter Tischlermeister ein ‘Kallax’ die aufbereiteten Möbelstücke fertig zu stellen. Ohne Montageanleitung sieht der Profi welche Schraube in welches Loch. Fertig.
Mit Kaffee in der einen, Bröd in der anderen Hand, ging’s ans Probesitzen. Ah! Gemütlich! Mein Blick fiel auf den Tisch. Da lagen drei Beilagscheiben? ‘Ja also, … die hab ich nicht gebraucht’, die schnelle Antwort des Handwerkers und ‘pax’ landeten sie im Abfalleimer.
Auf dem Klo studierte ich heimlich die Betriebsanleitung, um anschließend die Gummidinger zu retten. Immerhin wusste ich jetzt, wofür zwei von den Teilen gedacht sind. Nicht überlebensnotwendig, aber sollte irgendwann aus unserem ‘Poäng’ ein ‘Knarra’ werden, ist es besser gerüstet zu sein.
Warum in aller Welt schon wieder eins zu viel in der Packung war, würde ich von IKEA aber schon gern wissen – röm, pöm, pöm.
© Tamara Hoheneder 2021-08-29