Vierter Gedanke

Patricia Cupic

by Patricia Cupic

Story


Meine Pause endet und ich bin zwangsläufig gesättigt, weil allein schon etwas meinen Magen gefüllt hat. Dabei ist mir gar nicht aufgefallen, wie leer es mittlerweile in der Mensa geworden ist. Zu viel mit mir selbst philosophiert und noch nicht mit dem Nacharbeiten angefangen. Das nenne ich mal professionelle Prokrastination.

Meine Mitkommilitonen sind wahrscheinlich schon fleißig am Tippen, während ich mich erst gerade hinhocke und beinahe selbst dazu prügle das iPad anzuschalten. So schwer kanns manchmal laufen. Tatsächlich war ich auch fleißig unterwegs und habe etwas vollbringen wollen aber meine Güte… Wer hätte gedacht, dass man so einen Hass auf Medizinstudenten empfinden kann, nein wirklich man höre mich aus: Jedes Mal, wenn ich die JURAabteilung, also hauptsächlich für JURAstudenten betrete, verirrt sich hin und wieder eine nervige Medizinstudentengruppe, die es für sehr nötig hält kichernd und schnatternd den JURAabteil zu belästigen. Man könnte fast schon meinen, sie hätten nicht ihren eigenen Abteil…(doch haben sie). Wenn es so viel Zeit zum Kichern und Gackern gibt, muss der Studiengang wohl nicht so schwer sein, wie man es eigentlich vielerseits hört, außerdem klebt euch keiner an euren Stühlen fest, ihr könnt jederzeit rausgehen und euch normal unterhalten. Zugegeben, im Hörsaal ist es nicht anders: Ständig gibt es diese eine Gruppe von Studenten, die es lieben während der Vorlesung miteinander Kaffeeklatsch zu halten. Als würde man sie dazu zwingen im Saal zu hocken und sie könnten nicht einfach nur aufstehen und draußen weiterreden. Was denn? Zuhören wollt ihr ja eh nicht.

Und das ist ein kleiner Einblick meiner Realität, klingt ziemlich pessimistisch nicht wahr? Oder ist es einfach nur die Realität, mit der ich nicht zufrieden bin?

So kann jeder von uns durch die Welt gehen und so bleibt auch unsere Ansicht der Welt, bis es zum Austausch kommt. Der Austausch, wie auch immer man diesen vollziehen mag, sprich sei es über das Internet oder einfach nur persönlich, lässt uns am Ende unser Weltbild nochmal überdenken.

Erfahrungsgemäß ist mir das noch nicht so oft passiert, meistens bleibt es bei dem, was es ist und wie es vernommen wurde. Hier bin ich auch keine Ausnahme für.

Findet kein Austausch statt, verfestigt sich das eigene Weltbild und man handelt nach seiner Illusion.


© Patricia Cupic 2024-11-13

Genres
Novels & Stories