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Crash, Boom, Bang!

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Crash, Boom, Bang! | story.one

Worte. Einige Worte. Es waren doch nur Worte, die wir lasen. Und die waren nicht mal an uns gerichtet, sondern an die große, weite Welt da draußen. Doch das genügte, um unser Interesse zu wecken. Wechselseitig

Weitere Worte folgten, diesmal zielgerichtet und exklusiv. Wir schrieben über den Hügel, der zwischen uns stand, und groß hinaus wollte, über geografische Höhenunterschiede, über hängende Fahrräder, über Rollatoren und über fliegende Schnecken. Ja, in der Tat, fliegende Schnecken. Nacktschnecken. Über ihre anziehende Wirkung, wie sie in der Luft liegen, welche Flugkurven sie nehmen und wie die Landung vonstatten geht.

Wir machten die Nacht zum Tage. Die Anzahl der in ihnen geschriebenen Worte überstieg die Schlagzahl unserer Herzen um ein Vielfaches. Und das, obwohl unsere Herzen da schon was spürten. Obwohl sie angeregt erwärmt und dadurch motiviert das Blut schneller durch unsere Adern pumpten. Wir schliefen mit einem Lächeln im Gesicht und mit zauberhaften Bildern im Kopf ein, und wir wachten morgens mit einem wohligen Gefühl in der Magengrube auf. Das Lächeln kam spätestens dann zurück, als wir die ersten Nachrichten lasen.

Wir schrieben über Gott und die Welt, und immer mehr auch über unsere Welt. Wir öffneten uns und unsere ganz persönlichen Bücher, wir lasen und schrieben uns wechselseitig rein. Wir schrieben über Schafe und Wölfe, über die Intensität des Grüns auf den Wiesen, über unverhoffte Geschenke, über Märchen und ihren Bildungsauftrag, über Schneewittchen und die angewandte Umwegrentabilität.

Es entstand das Gefühl als kannten wir uns schon ewig. So als wären wir Sandkastenfreunde. Ein Gefühl der Vertrautheit, ja, des Vertrauens entstand. Garniert mit einem unerbittlichen Kribbeln im Unterbauch. Da war etwas, das nicht beschrieben werden wollte. Unglaublich tief gehend.

Irgendwann dann wagten wir uns raus, wir einigten uns auf den Reality-Check und trafen uns. Schon vor dem Lokal, als ich dich erstmals sah, war ich verzaubert. Dein Auftreten, deine Erscheinung, dein Strahlen im Gesicht, … Einfach bezaubernd. Du warst genauso aufgeregt wie ich, das merkte man dir an. Es knisterte, es prickelte, es brodelte.

Wir gingen rein und ließen uns nieder. Wir bestellten, wechselten einige Worte, taxierten einander, wogen ab, überlegten. In unseren Augen funkelte und blitzte es. Das Feuer loderte, brach jedoch nicht aus. Noch nicht. Nur als unsere Finger sich erstmals sanft berührten, da stoben Funken, da kam es hervor.

Ich beugte mich zu dir vor und hauchte dir ein unvorbereitetes „Ich würde dich so gerne küssen“ ins Ohr. Du sahst mich kurz an – und dann wieder weg. Du dachtest nach, überlegtest, während unsere Finger verstohlen miteinander spielten. Worte blieben aus. Sie waren nicht notwendig. Nicht mehr. Wir verstanden uns auch ohne. Nach einer Weile sahst du wieder zu mir. Unsere Augen schlossen sich langsam. Unsere Lippen näherten sich einander, leicht geöffnet. Und …

CRASH! BOOM! BANG!

© A-Friend 2021-10-16

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