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#rockmusik#zukunftstraum#gitarrelernen

Das Publikum wacht auf (174)

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Das Publikum wacht auf (174) | story.one

Das Publikum, das uns noch nicht kennt, reagiert verhalten, während unsere Anhängerschaft schon Gas gibt. Nach dem zweiten Song, begrüßt Steve das Publikum und wir nehmen die Gelegenheit war, ein erstes Bier zu trinken, von denen reichlich am Bühnerand stehen. Noch kurz die Gitarrenstimmung kontrollieren und weiter geht es. Der dritte Song ist eine anspruchslose Midtemponummer, die an mir gelöst vorbeizieht und bei der ich das Schlusssolo spielen muss. Das Solo ist relativ easy und die einzige Herausforderung besteht darin, dass es mit einem Lauf endet, den Tim und ich in der Oktave verschoben zusammenspielen und das muss sitzen. Tut es auch.

Das Publikum wacht langsam auf und eine kurze Inspektion des Saals lässt mich vermuten, dass sie mindestens zur Hälfte gut gefüllt scheint. Das wären dann immerhin ca. 500 Menschen. Nicht schlecht für den ersten Auftritt. Die ersten 3 Nummern haben wir durch, ab jetzt wird es anspruchsvoller und schneller und ich muss doch zur Sicherheit mal ein wenig griffbrettglotzen, da ich viele flotte Lagenwechsel spielen muss. Ein wenig Headbangen ist aber trotzdem drin.

Einer meiner Lieblingsstücke kommt mit Song Nummer 5. Fast 140 BpM die wir größtenteils in 16tel durchhämmern. Hier muss ich mit Tim zusammen eine komplizierte Anschlagsfolge spielen, die höchste Konzentration erfordert und mich an den Rand meiner Möglichkeiten bringt. Tim kommt vor der ersten Figur rübergelaufen und wir spielen sie synchron. Tim ist zufrieden und zwinkert mir zu, bevor er wieder auf seinen Platz läuft. Gerade angekommen spielen wir die Soloeinleitung für unser Gitarren-Duell. Tim spielt das erste Solo, ich das zweite, Tim das dritte und ich das vierte, bevor wir zusammen ein zweistimmiges Solo spielen.

Alles klappt und als der Song endet, ist richtig Stimmung in der Hütte. Ich bin nicht ganz zufrieden, aber an Tims Gesichtsausdruck erkenne ich, dass es für ihn passte. Ein Bier als Lohn wird fällig, bevor es mit Nummer 6 mit einer stampfenden Mittemponummer weitergeht. Es läuft und das Publikum macht immer mehr mit. Was will man mehr. Das nächste Gitarrenduell mit anschließendem zweistimmigem Solo steht an und auch das läuft wie von allein.

Der Kameramann wechselt nach dem Song einmal auf die andere Seite zu Tim, bevor wir die nächste Nummer spielen, die auch zu meinen Lieblingssongs gehört. In dem Stück ist man durchgängig voll beschäftigt, was ich einfach mag, denn ich spiele Gitarre, um Gitarre zu spielen und nicht, um stundenlang einen Akkord ausklingen zu lassen. Auch wenn ich in dem Song kein Solo spiele, sind gedoppelte Melodien enthalten und Tim kommt rüber und wir feuern das Ding in Priest Manier über die Bühne.

Das letzte Stück wird noch einmal schnell und wir kratzen an 144BpM. Da kommt einfach Freude auf, die Finger richtig fliegen zu lassen und das Handgelenk mit 16tel Anschlägen zum Glühen zu bringen. Das ist genau mein Ding und hat mit AC/DC so gar nichts mehr zu tun.

© BadLetters 2021-10-14

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