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#kuriosität

Der (Amts-)Sprache mächtig

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Bitte, ich muss Euch was zum Lachen geben nach all meinen grauslichen Geschichten. (Hashtag “Oh, du mein Österreich”).

Vor Jahren erhielt ich eine Liste mit unfreiwilligen Bonmots von UnterstützungssucherInnen bei den entsprechenden Ämtern in Wien, aber auch Beschwerden über die schlimmen Mitbürger. Hier also ein Auszug:

Ich bitte um Zuweisung von mehr Kohlen, denn ich werde den Schnupfen nebst meiner Frau nicht mehr los.

Ich habe Rheumatismus und ein Kind von 4 Jahren, was auf Feuchtigkeit zurückzuführen ist.

Ich habe eine Tochter und vier Söhne und wir sind alle beschränkt, da wir nur zwei Betten haben. In dem einen schlafen die Buben, in dem anderen meine Tochter und ich, was gegen die Zucht ist.

Ich bin seit 2 Monaten verheiratet und habe keine Familienwohnung. Meine Frau ist schon in anderen Umständen. Nun frage ich “Muß das sein?”

Ich möchte dringend eine größere Wohnung zugewiesen haben, da ich einen großen Heiratsdrang verspüre.

Ich habe bereits einen Antrag auf Schwangerschaft gestellt. Mit dieser Zuteilung wollen sie bitte warten, bis ich mit den Kindern im klaren bin.

Mein Mann muß dringend eine neue Hose haben. In der alten habe ich schon mehrmals das Gesäß geflickt und das hält er mir jeden Abend vor.

Ich muß bitten, mich innerhalb von 8 Tagen zu befriedigen, sonst muß ich mich an die Öffentlichkeit wenden.

Mein Mann braucht für die Tätigkeit als Musiker unbedingt eine neue Hose weil er in der alten keine Musik mehr machen kann.

Mein Mann ist mit den Nerven und dem Kleiderschrank zusammengebrochen.

Ich bitte um ein paar neue Bettücher, da die alten schon sehr dünn sind und keine Strapazen mehr aushalten.

Unsere Wohnung ist so feucht, daß wenn ich mit meiner Frau nur ein paar Minuten zusammenliege, dampft die Bettdecke.

Mein Mann macht keine Geschäfte mehr und wenn er welche macht, sind es nur Tropfen auf den heißen Stein.

In dieser Wohnung kann ich nicht bleiben, da ich dauernd der Sittlichkeit ausgesetzt bin.

Hiermit stelle ich den Antrag auf ein gebrauchtes Bett mit Inhalt.

In der Kammer schläft meine Tochter und über ihr die Gasuhr. Dieselbe kommt im nächsten Monat nieder. Nun frag ich: "Wohin mit ihr?

Frau Milutinovic läßt dauernd ihr Wasser mit großem Getöse ablaufen. Ich bitte einen Mann zur Abhilfe zu schicken.

Ich bin 72 Jahre alt, meine Frau 68. Wir haben 9 Kinder gezeugt und tun unsere Pflicht heute noch, aber bei dem Schnee und bei der Kälte ist es uns ohne Schuhe nicht mehr möglich.

Der Beamte, der was meine Kohlen abgelehnt hat, der soll einmal bei mir schlafen, damit er spürt, was für ein kaltes Loch ich habe.

Bitte schicken sie mir schnell einen Elektriker, sonst muß ich wieder die Kerze heute Nacht nehmen.

Es seids alles oarschlecha. Wenn ich die Rente nicht kriege, gehe ich einbrechen. Arbeitsamt sagt ich krieg nichts mehr, Arbeiten um 6000.- geh ich nicht. Ich hab schon zehn Jahre gearbeitet. Wehe ich krieg die Rente nicht. Es gibt nur eine Partei, das ist und bleibt die KPÖ. Es sozialistischen Schweine es.

© Barbara Riccabona 2021-07-03

Alltagskomik

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