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Dreiecksgeschichte: San Francisco

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Dreiecksgeschichte: San Francisco | story.one

Wussten Sie, dass San Franciscos offizielle Hymne von einem Österreicher geschrieben wurde?

1984 wählte das „S.F. Board of Supervisors“ mit überwältigender Mehrheit Walter Jurmanns „San Francisco (Open Your Golden Gate)” zum City Song. Jurmann hat ihn im Auftrag von Metro Goldwyn Mayer 1936 für den Film „San Francisco“ komponiert. Und dabei hätten die Stadtväter auch Tony Bennetts „I left My Heart in San Francisco“ nehmen können …

Es ist mein erstes Jahr in der Stadt am Golden Gate.

Ich liebe diese Stadt. An drei Seiten ist sie von Wasser umspült: vom Pazifik und der San Francisco Bay. Vielzitiert und fälschlich Mark Twain zugeschrieben: „Der kälteste Winter, den ich je erlebt habe, war ein Sommer in San Francisco.“ Hier trifft im Sommer die kühle Pazifik-Luft auf die Affenhitze jenseits der Bay. Das erzeugt den berühmten City Fog. Und ja: für den brauchen Sie die Daunenjacke.

Nun zur Dreiecksgeschichte.

An der Columbus Avenue, die vom Financial District in Downtown durch Chinatown und North Beach, dem italienischen Viertel, bis zum Fisherman´s Wharf führt, befinden sich zwei Kulturdenkmäler: Laurence Ferlinghettis „City Lights Bookstore & Publishers“, und einen Steinwurf daneben: Vesuvio's – „celebrating Jazz, Poetry, Art & the Good Life of the Beat Generation“. Hinterm Tresen: Leo, der Barkeeper. Leo aus Wien. Leo erzählt Beate von Martina aus Weitra, derzeit mit Kunststipendium in San Francisco. Und Leo erzählt von Irene aus Wien, die in North Beach mit Roger aus San Francisco zusammenwohnt. Ihr müsst euch treffen, sagt Leo. Woraus nichts wird. Ich reise bald ab.

Ein Jahr später bin ich wieder für ein Jahr in San Francisco. Diesmal miete ich ein Studio Apartment im Westen der Stadt, belege Uni-Kurse und verdiene die Miete mit Schaufensterdekorationen. Ich träume davon, in North Beach zu leben, meinem unerschwinglichen Lieblingsviertel.

Eines Nachmittags sitze ich mit einem Studienkollegen beim Caffè. Im Caffè Trieste. In North Beach. Am Nebentisch ein Mann und eine Frau. Deutscher Akzent. Sie sieht interessant aus. Wir studieren einander gegenseitig. Auch sie hört herüber ... Lächeln. Ich: From Austria? Sie: Yes. Wir tauschen ein paar Worte. Dann beginnen sich Rädchen zu drehen. In Zeitlupe. In uns beiden. Sie: Du musst Beate sein. Und mir wird klar: Das hier ist Martina aus Weitra.

Im Zeitraffer: Wir schliessen Freundschaft. Martina stellt mich Roger vor. Ich vermiete mein Studio Apartment an österreichische Touristen und ziehe als Untermieterin in Rogers Apartment nach North Beach. Und das war die Geschichte von der Waldviertlerin und der Steirerin, die dank Vermittlung eines Wieners in San Francisco Freundinnen wurden. Mit einem Jahr Verspätung.

Übrigens, die Komponistenwitwe Yvonne lerne ich später beruflich in Wien kennen. Als sie die erste Jurmann-Gala im Konzerthaus organisiert: mit Max Raabe & dem Palast Orchester. Veronika, der Lenz ist da. Den Kreisen ist es egal, wie man sie schließt.

© Beate Schilcher 2021-02-22

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