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»E … ich … a …«

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»E … ich … a …« | story.one

Meld dich mal …, waren die Schlussworte beim letzten Telefongespräch zwischen ihr und ihm.

»Meld dich mal«, sagte sie. Er wusste nicht so richtig, was er darauf antworten sollte, sagte nur »Ja, ja« und legte auf.

Meld dich mal – drei Worte, elf Buchstaben. Nicht viel, denkt er. Wenn ich jetzt noch die Buchstaben streiche, die doppelt sind, bleiben gerade mal fünf übrig, denkt er weiter. E ich a! E ich a? Blödsinn! Nein. Ja. Nein: »E … ich … a …«, das wäre die passende Antwort gewesen, die er hätte sagen sollen. Die Worte, die ihm am Telefon fehlten.

Worte. Sein Schicksal?

Vor einem Jahr lernten sie sich kennen. Sie unterhielt sich mit jemand anderen. Er fiel ihr ins Wort. Später, als er ging, sagte er einige nette Abschiedsworte zu ihr. Sie klangen nach Wiedersehensworten …

Jetzt, wo er über viele Dinge der letzten zwölf Monate nachdenkt, fällt ihm ein Wortspiel ein. Er fragt sich, war es, als er ihr damals ins Wort fiel, bereits der Anfang vom Ende. Der Anfang vom Ende, ohne zu ahnen, dass es überhaupt ein Anfang war. Und ohne zu wissen, wann das Ende angefangen hat.

Wortspiele mag er. Im Anfang war das Wort. Stimmt nur bedingt, denkt er. Klar, gab es am Anfang Worte. Worte gab es immer. Doch am Anfang brauchte es nicht viele Worte. Man verstand sich auch ohne Worte. Wortfetzen, unausgesprochen … sie reichten, den anderen zu verstehen. Begann da bereits der Anfang vom Ende? Irgendwann braucht es mehr Worte. Sonst reicht es nicht mehr, den anderen zu verstehen.

Zu wenig Worte. Sein Schicksal?

Zum Ende des Anfangs hin gab es dann viele Worte. Jedes Mal, wenn sie sich sahen, packte er es danach in Worte. Und sie sahen sich sehr oft. Viele Worte schrieb er. Er kam kaum noch nach. So viele Worte konnte er gar nicht finden, wie er brauchte zum Schreiben. Er musste auf vorhandene Wörter zurückgreifen. Auf Wörterbücher. Das war das Ende.

Zu viele Worte. Sein Schicksal?

Er fragt sich, sind Worte, egal ob zu wenig, egal ob zu viele, sein Schicksal. Am Ende weiß er die Antwort: E … ich … a … – Wortfetzen, unausgesprochen …………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………… kein Wort mehr, ein Schlusspunkt blieb: •

© Bernd Lange 2021-04-19

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