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#einsamkeit#berg#ewigkeit

Sir Snowdon

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Sir Snowdon | story.one

Ich bin ein Berg.

Sehr groß.

Der einzige.

Aus dem Meer erhebe ich mich.

Hügelig und langsam steige ich an.

Mit Tälern und Hochebenen.

Bis ich mich zuletzt steil nach oben recke.

So sieht die eine Seite von mir aus.

Von meiner anderen Seite haben die Menschen mit ihrer Zivilisation Besitz ergriffen: Es wurden Gleise gelegt und in rasendem Tempo und lärmend kommen die Massen auf meinen Gipfel gestürmt, trinken eine Tasse Kaffee in überfüllten Räumen oder auch ein Bier oder zwei und lassen sich dann wieder abwärts tragen von dieser Maschine, die man auf mich angesetzt hat.

Ich bin wild.

Karg.

Steinig.

Moosig.

Weit.

Leer.

Für die, die das aushalten.

Ein paar Stufen führen zu meinem Buckel.

Brüchige.

Gefährliche.

Wenige nähern sich dieser Seite.

Ich liebe die Wenigen.

Ich begrüße sie.

Mit Nieselregen.

Mit Nebenschwaden.

Sie können mich hören.

Meine Lieder.

Ich singe von der Zeit.

Ein paar Tage nur bin ich alt.

Ich blinzle und für die Menschheit

sind Jahrtausende vorüber.

Es gibt mich schon immer.

Horcht auf meinen Herzschlag und

kommt der Ewigkeit näher.

Ein paar Zentimeter.

***

Nach einer Wanderung im Sommer 1987 zum Gipfel des Snowdon. Er ist mit 1085 m der höchste Berg in Wales, Großbritannien.

Ich habe ihn geadelt, weil ich ihn so empfunden habe.

© Brigitte Hieber 2020-10-29

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