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#umweltschutz#kinder#wasser

Der Frosch und die Flasche

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Der Frosch und die Flasche | story.one

Es war einmal ein Frosch, der lebte in einem kleinen Teich nahe einem Schloss. Er liebte den Teich mit den Seerosen, dem Schilf und den alten Weiden am Ufer.

Seit einiger Zeit war er aber traurig, weil viele Frösche den Teich schon vor langer Zeit verlassen hatten. „Was sollen wir hier noch?“, quakten sie. „Sollen wir uns im nĂ€chsten Winter unter all dem MĂŒll im Schlamm eingraben? Oder sollen unsere Kinder nĂ€chstes Jahr die Plastikfetzen verschlucken und daran sterben?“

Er kannte nichts anderes als diesen Teich und den wollte er auf gar keinen Fall verlassen. Er hatte sich schon daran gewöhnt, nicht mehr auf den SeerosenblĂ€ttern, sondern auf den Dosen und Plastikflaschen zu sitzen, die im Wasser schwammen. Er hasste sie, aber die Seerosen fĂŒhlten sich nicht mehr wohl mit all dem MĂŒll in dem Teich und hatten schon lange nicht mehr ausgetrieben. So blieb ihm nichts anderes ĂŒbrig, als die Plastikflaschen als Aussichtsplattform zu benutzen, um nach Insekten Ausschau zu halten.

Doch dann geschah eines Tages ein Wunder! Eine Schulklasse kam des Weges und setzte sich ans Ufer. „Schaut nur, der ganze MĂŒll, der da herumliegt!“, rief die kleine Lisa. „Ja, und sogar im Wasser“, antwortete Karim. „Und wir sind doch gekommen, um zu TĂŒmpeln und um zu sehen, welche Wassertiere hier leben!“, sagte die NaturfĂŒhrerin und die Lehrerin zu den Kindern. Sie waren aus der nahen Volksschule gekommen. Seit einiger Zeit kamen sie immer wieder zum Bach und zum Schlossteich, um viel ĂŒber die Pflanzen und Tiere am GewĂ€sser zu lernen.

„Ich habe eine Idee!“, rief Klara. Sie hatte schon einen Ast an ihren Kescher gebunden und fischte gerade die erste Plastikflasche aus dem Wasser. Alles, was die Kinder nur irgendwie erreichen konnten, wurde jetzt aus dem Wasser gefischt. GetrĂ€nkedosen, Plastikflaschen, Jausensackerl, aufgeweichte Zigarettenstummel, kein noch so kleines MĂŒllfutzerl entging den Kindern. Und jetzt machte es richtig Spaß am sauberen Ufer mit dem Kescher kleine Wasserinsekten, Libellenlarven und Kaulquappen herauszufischen, zu betrachten und sorgsam wieder ins Wasser zurĂŒckzugeben.

Als die Kinder zurĂŒck zur Schule gingen, waren sie zufrieden und glĂŒcklich ĂŒber den schönen spannenden Vormittag. Und das Ufer und der Teich waren so sauber wie schon lange nicht.

„Was ist denn hier los?“, staunte der Frosch! Und er quakte so laut er konnte. Alle seine Froschfreunde stimmten sogleich in das Konzert mit ein. Die Seerosen trieben neue BlĂ€tter und BlĂŒten. Jetzt wollten die Frösche doch nicht mehr so schnell den Teich verlassen. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute in dem kleinen Teich nahe dem Schloss.

© Brigitte Nadvornik 2021-05-06

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