skip to main content

#warum#hilfe#leben

Neben dem Leben - Ich will nicht schlafen

  • 67
Neben dem Leben - Ich will nicht schlafen | story.one

Es gibt Momente, da fühlt sich das Leben nicht real an. Wie eine große bauschige Wolke, in der du gefangen bist. Und nicht flüchten kannst. Du hast deine eigene kleine Welt, in der du lebst - und doch bist du nur einer von Milliarden. Auf dich kommt es nicht an. Und doch kommst du dir wichtig vor, jeder Schlag tut weh, jedes Glück bringt dich zum Lächeln. Vielleicht brauchst du manchmal Schicksalsschläge, um zu erkennen, wie gut es dir geht. Du lebst, als würdest du nie sterben. Auch wenn du nur einer von Milliarden bist, hast du das Recht auf ein vollkommenes Leben. Wenn wir Chancen erfolgreich nutzen, macht uns das glücklich. Wir haben das Gefühl, größer als der Rest zu sein. Machtvoll und unsterblich zu sein. Doch nutzen wir Chancen nicht oder widerfährt uns ein Unglück, sind wir wieder nur einer von Milliarden und können nichts tun. Sind klein und stehen daneben. Neben dem Leben.

Es gibt Momente, da fühlt sich das Leben nicht real an. Wie eine große bauschige Wolke, in der du gefangen bist. Und nicht flüchten kannst. Denn manchmal lässt sich kein Problem erkennen, aber doch schwebt es in der Luft wie Rauch. Du kannst es nicht fassen, aber doch ist es da. Wie solltest du es dann ändern? Vielleicht, indem du deine Sichtweise änderst. Doch auch das wird schwierig, wenn du danebenstehst. Neben dem Leben.

.

Ich schlafe, doch bin hellwach. Ich versuche, das Licht einzuschalten. Ich schaffe es nicht.

Das Licht funktioniert nicht. Meine Hand fällt zurück, zurück zu meinem Körper. Sie ist so schwer. Vieles ist zu schwer. Auch die Steine, die meine Brust anfangen zu zerdrücken. Ich kann mich nicht bewegen.

Ich schlafe, doch bin hellwach. Ich versuche, die Hand zu heben, mich zu winden und aus diesem Albtraum zu entkommen. Ich schaffe es nicht. Ist es ein Traum oder ist es Realität? Meine Gliedmaßen werden immer schwerer, immer schwerer. Ich drohe nicht, unterzugehen, ich drohe, mich aufzulösen. Panik steigt in mir hoch. Ich muss aufwachen, sonst werde ich sterben. Ich will doch noch nicht sterben. Ich muss auf mich aufmerksam machen. Mit der letzten bisschen Luft in der Lunge versuche ich, Geräusche zu erzeugen. Ich schreie, doch niemand hört mich. Schreie ich wirklich? Ich bin komplett hilflos, einer höheren Kraft ausgeliefert. Was passiert nun echt, was aber sind meine Gedanken? Meine Hände, die Steine, mein Körper, alles wird immer schwerer. Ich kann mich nun endgültig nicht mehr bewegen.

Es ist die Willenskraft, die mich zurück ins Leben holt. Ich schaffe es, meine Gedanken darauf zu fokussieren, wieder aufzuwachen. Langsam fällt die Last von mir ab. Ich liege immer noch genau gleich da und ringe nach dem Leben.

Ich versuche, das Licht einzuschalten. Ich schaffe es. Doch nun will ich nicht mehr schlafen. Ich will leben.

Das war vor wenigen Minuten. Seitdem bin ich wach. Ich bin kurz davor, mich wieder hinzulegen. Doch ich will noch nicht schlafen. Ich will leben. Wenn ihr nichts mehr von mir hört, wisst ihr, was passiert ist.

© Carmen Aschbacher 2021-08-03

MEHR zwischen HIMMEL und ERDEDer Sinn des LebensDepression - die Traurikeit in dir Gedankenspiele zum ZeitvertreibTräume

Kommentare

Gehöre zu den Ersten, die die Geschichte kommentieren

Jede*r Autor*in freut sich über Feedback! Registriere dich kostenlos,
um einen Kommentar zu hinterlassen.