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#angst#elmundo2019#gefahr

Tatort

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Tatort | story.one

Nach den Strapazen der vorangegangenen fĂŒnf Jahre und den zahllosen Krankenhausaufenthalten waren 2017 nur noch Erholung und Entspannung angesagt. Schon am Tag nach Weihnachten verabschiedeten wir uns aus dem EuropĂ€ischen Winter, um in Sri Lanka Sonne und neue Lebenskraft zu tanken. Was konnte den von Chemotherapien, Stammzellentransplantationen und Strahlenbehandlungen geschwĂ€chten Körper besser wieder ins Gleichgewicht bringen, als zwei Wochen Ayurveda?

Eine liebe Freundin hatte das "Underneath the Mango Tree Ressort" in Dickwella, an der Ă€ußersten SĂŒdspitze der Insel, empfohlen. Die Auswahl hĂ€tte nicht besser sein können. Die Anlage war traumhaft, vom ersten Augenblick an Balsam fĂŒr Körper und Seele. Zwar stieg nicht Ursula Andress singend aus den Wellen wie 1962 im Klassiker "James Bond jagt Dr. No." DafĂŒr sorgte Stefan Gubser alias Reto FlĂŒckiger, seines Zeichens Schweizer Tatort Kommissar, fĂŒr prickelndes Krimi Flair. Ob der vielen Behandlungen und Anwendungen konnte ich die Gegenwart des sonst so gern gesehenen Sonntagabend Unterhalters gar nicht richtig wertschĂ€tzen. Ganz mit dem eigenen Ich, mit Entgiftung und Entschlackung beschĂ€ftigt, waren sĂ€mtliche Krimis plötzlich ein ganzes Universum weit entfernt. Oder sollte die tatörtliche Begegnung Warnung vor der lebensgefĂ€hrlichen Situation sein, in der ich mich wenig spĂ€ter plötzlich wiederfand?

Die zwei Wochen vergingen wie im Flug, ich fĂŒhlte ich mich rundum erholt und gestĂ€rkt. Scheinbar


Aus Europa hatten uns Horrormeldungen ĂŒber SchneestĂŒrme erreicht, die in vielen LĂ€ndern den Flugverkehr lahmlegten. Unser Flug ging ĂŒber Istanbul und die TĂŒrkei war ja nun wirklich nicht bekannt fĂŒr WinterstĂŒrme und exzessive Schneemengen. Doch Ausnahmen bestĂ€tigen die Regel. Eine Kaltfront fĂŒhrte genau an dem Tag unseres geplanten Heimflugs dazu, dass 400 FlĂŒge gestrichen wurden. Noch im Anflug auf den Flughafen AtatĂŒrk hofften wir das Beste, als die Maschine eine Kehrtwende vollzog und wir knapp vor dem Ziel in Richtung SĂŒdosten abbogen. Neuer Zielflughafen Gaziantep, unmittelbar an der syrischen Grenze, nur 90 km von Aleppo entfernt. Dort waren wir fĂŒr die nĂ€chsten beiden Tage gestrandet. EiseskĂ€lte statt Tropensonne und quĂ€lende Ungewissheit. Endlich kam Bewegung in die unĂŒbersichtliche Situation. Mit Bussen wurden wir zum kleinen, mit hunderten Wartenden ĂŒberfĂŒllten Flughafen gebracht ohne Aussicht auf baldige Weiterreise. Und da passierte es. Zwei rivalisierende MĂ€nnergruppen gerieten in Streit und gingen filmreif wie wĂŒtende Ninja Krieger aufeinander los. Die Masse stob auseinander, nur ich blieb wie angewurzelt stehen, verzweifelt bemĂŒht, nicht zu fallen und unter die Springerstiefel der KampfhĂ€hne zu geraten. In meiner Angst klammerte ich mich an den grĂ¶ĂŸten und blondesten HĂŒnen, den ich in meiner NĂ€he ausmachen konnte. Mein schwedischer Retter verlieh mir Standkraft und Sicherheit: "Tack sĂ„ hemskt mycket!"

© Caroline Kleibel 2019-04-11

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