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#weltreise#autounfall#glückimunglück

Crash! Boom! Bang! South Africa

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Crash! Boom! Bang! South Africa | story.one

Was für ein Wochenende! Seit langem hatte ich endlich die ersehnten 1 ½ Tage am Stück frei und wusste das auch zu nutzen: meine Chefin Tanja löste einen Gefallen bei einem befreundeten Paar ein, und organisierte mir eine Übernachtung inklusive zwei Safaris im Mohlabetsi Game Reserve! Gestern früh machte ich mich mit meinem Mietwagen auf den 4 h langen Weg zur Lodge, um es noch rechtzeitig zum Mittagessen und anschließender Nachmittagssafari zu schaffen. Und heute, gleich nach der Morgensafari und Frühstück, setzte ich mich auch schon wieder hinters Lenkrad meines Renault Clio, um pünktlich zur Abendschicht zurück zu sein.

Ich stehe gerade an der roten Ampel einer Baustelle ca. 1 Fahrstunde von zu Hause entfernt. Bereits seit gut 10 Minuten nieselt es, aber glücklicherweise ist nicht viel los auf der Straße. Aus dem Rückspiegel beobachte ich, wie sich hinter mir ein weiteres Fahrzeug der Baustelle nähert. Hm, irgendwie wird es aber nicht langsamer. Und jetzt scheint es auch noch ins Rutschen zu kommen. Bevor ich es dann auch begreife, spüre ich schon den Aufprall des grünen Wagens auf die Rückseite meines Mietautos. Fantastisch, denke ich mir! Gedanklich rufe ich bereits den Notfallplan ab: Schaden am Mietwagen mit Fotos dokumentieren, Schadensmeldung bei Polizei machen, ah, Polizei anrufen! Ja genau, beginnen wir mit diesem Punkt. Oder nein, steigen wir mal aus und begutachten den Schaden! Vielleicht ist gar nicht so viel passiert.

Als ich jedoch das Auto meiner beiden Kontrahenten erspähe, schwant mir Übles: es ist mit Beulen übersäht und die Reifen sind bereits so abgefahren, dass sie eher denen eines Formel-1 Fahrzeugs ähneln. Nun gut, denk ich mir. Der Schaden an meinem Auto hält sich aber in Grenzen: ein kleiner Blechschaden, nichts Aufregendes!

Ich stelle mich selbstbewusst vor die Tür des Fahrers, der sein Auto noch nicht verlassen hat, und verlange von ihm, dass er mir seinen Führerschein vorweist. Ich zücke meinen Fotoapparat und mache auch sofort ein Foto des Ausweises. Noch heute wundere ich mich, woher ich die Courage dafür hernahm. Nicht dass die beiden Männer angsteinflößend wirkten, aber immerhin war weit und breit niemand und ich mit den beiden alleine.

Nach 3 erfolglosen Polizeianrufen und sage und schreibe 1 ½ (!) Stunden später, waren diese noch immer nicht aufgetaucht. Wenn der Prophet also nicht zum Berg kommt, richtig, dann müssen meine beiden neuen Freunde und ich eben zum Berg kommen, bzw. fahren. Auch die Tatsache, dass die beiden Männer nicht längst abgehauen waren, und mit mir im Regen geduldig warteten, fand ich erst im Nachhinein äußerst außergewöhnlich. Alles getoppt hat schließlich die Fahrt im Konvoi zur nächsten Polizeistation, wo ich endlich mein Protokoll für die Versicherung ausgehändigt bekam.

Im Nachhinein betrachtet hatte ich riesen Glück, dass ich auf zwei so ehrliche Männer gestoßen bin. Denn die Geschichte hätte auch ganz anders ausgehen können.

© CaroWoodstock 2021-02-11

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