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#capriblaueperleimmittelmeer

Capri

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Capri | story.one

Verträumt stehe ich am Rand eines Felsens auf der Insel Capri, der »Blauen Perle im Mittelmeer.« Mein Blick gleitet hinunter zu langsam vorbei fahrenden Schiffen und Segelbooten. Eine leichte Brise fährt durch mein Haar und kitzelt meine Haut. Leise Seufzer entweichen meinen Lippen: »Ich fasse es nicht, ich fasse es nicht, wunderschön ist es hier.« Denke, schade, dass meine Lieben das nicht sehen können.Tränen steigen in meine Augen, hole tief Luft und verdränge die Gedanken.

In Schlagern schon sehr oft besungen, wurden die Insel, die Fischer, Boote, die Sonne und das Meer. Einst sah ich einen Film über das, was ich jetzt sehen darf. »Es ist ja noch viel schöner, ja traumhaft hier!« Im Wechselspiel der Farben schimmert das Meer blau, hellblau bis smaragdgrün, wie funkelnde Diamanten. Sehe auf Wellen schaukelnde Wasservögel. An Hängen und in Gärten gedeihen Oleander, Wacholder, Zypressen und Zitronenbäume. Eine Vielzahl duftender Blumen stellt ihre bunte Pracht zur Schau und zieht Insekten an.

In den Gassen bietet sich ein buntes Bild. Verlockend und verführerisch sind die Auslagen in den Fenstern der Geschäfte. Es gibt hier den für die Insel typischen Zitronenlikör, gefüllt in Flaschen und Fläschchen verschiedener Formen und Farben. Begehrt, nicht nur bei den weiblichen Wesen, das große Sortiment edlen Parfüms. Schon im Vorbeigehen an den weit geöffneten Türen betören Düfte, die durch die Luft schweben.

In Schuhgeschäften, ein Traum von Verführungen. Sandalen, mit viel Fingerfertigkeit hergestellt, sehen toll aus, sie sind verziert mit Steinchen, Schnallen und anderem zierlichen Beiwerk. Sie werden probiert, gekauft, und mit sehnsuchtsvollen Blicken wird das nächste Schuhwerk bewundert.

Auf der ganzen Insel duftet es nach Gewürzen und gutem Essen. Restaurants locken mit ihren Spezialitäten. Mein Mann zieht mich hinter sich her. Wir wollen romantisch essen, ungestört und mit Blick aufs Meer. Ich habe Riesenhunger, er nicht. Wenn es im Magen und Kopf grummelt, kann ich zur Tigerin werden. Versuche vergebens mich zu beherrschen. Endlich finden wir etwas Passendes und geben uns schließlich den Gaumenfreuden hin. Dazu ein Getränk. Bekommen eine Zugabe, welche bei uns Anklang findet. Denke, wie wunderbar, die Befriedigung aller Sinne. Dankbar geben wir ein großzügiges Trinkgeld.

Wir bleiben noch eine Weile sitzen, bis mein Mann sich erhebt und weiterläuft. Folge ihm. Auf Mauerwerk liegende Katzen dösen vor sich hin, scheinbar in Erwartung streichelnder Hände. Streichle jedes Tier. Bei der Berührung ihres von Sonnenstrahlen heißen Fells zucken diese merklich zusammen, bis sie leise schnurrend, ihre Lider schließen.

Mit einem Boot fahren wir zur berühmten blauen Grotte, machen unzählige Fotos, schippern um die Insel herum, nehmen erfreut Gesehenes wahr. Genauso wie wir kommen Tausende Menschen täglich auf diese schöne Insel. Lachende, fröhliche Gesichter, ein buntes Völkchen. Eine Augenweide.

© Christine Kayser 2021-02-26

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