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#nationalpark#japanreise#aufeigenefaust

Auf nach Hakone

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Auf nach Hakone | story.one

Nach vier Städten innerhalb einer Woche heckte ich etwas Konträres aus. Hakone ist nicht nur der Name eines Städtchens in der Präfektur Kanagawa inmitten des Fuki-Hakone-Izu-Nationalparks, sondern auch ein Synonym für dieses große Naherholungsgebiet der Einwohner Tokios. Zunächst hatte ich ein gut bewertetes Quartier am Ashi-See erkoren. Die mageren öffentlichen Verkehrsanbindungen zum hochgelegenen See schreckten mich aber ab. Ich buchte auf ein ebenfalls gut bewertetes Guest House um, also eine einfache Herberge, im Gebirgsort Gora.

Bei der Anreise erblickte ich erstmals von der Bahn aus Tokio. Von Nagano kommend, musste ich in Tokio Station in einen Regionalzug in Richtung Kanagawa umsteigen. Ausstiegsstelle Odawara. Dort erneutes Umsteigen auf eine Lokalbahn nach Gora. Dieses letzte Teilstück von ca. 30 Minuten Fahrzeit ist etwas für absolute Eisenbahnliebhaber!

Durch eine bezaubernde waldreiche Berglandschaft wird man etappenweise hochbefördert. An manchen steilen Stellen hält der Zug, und der Lokomotivführer wechselt ans andere Ende des Zuges, um die Fahrt fortzusetzen. Immer wieder ertönen aus Lautsprechern Erläuterungen zur Geschichte dieser Bahnstrecke und Hinweise auf besonders Beachtenswertes.

Glücklich in Gora angekommen, fühlt man sich in ein Urlaubsgebiet in den Alpen versetzt, mit allem Drum und Dran. So fremd mir der Ort noch war, so kam nach all dem Städtetourismus bei mir ein starkes Heimatgefühl auf.

Natürlich ging es auch hier nicht ohne ein wenig Verirren. Wenn man den Weg zum Gästehaus kennt, ist es einfach. Einfach durch eine Passage an der Bahnstation ca. hundert Meter weiter gehen!

Bisher war ich überall mit steriler Höflichkeit empfangen worden. Hier begrüßte mich der schlaksige junge Herr des Gaku Guest House ganz freundlich und herzlich, schulterte mein Gepäck und trug es im winzigen Aufgang zum zweiten Stock hinauf. Im Haus befinden sich ein netter Aufenthaltsraum samt Teeküche und ein Tennisraum. Die Waschräume für Frauen und Männer sind in verschiedenen Etagen untergebracht. Ich hatte das luxuriöse Zimmer für drei Frauen gebucht und zahlte auch dafür nur einen Bruchteil der bisherigen Hotelzimmerpreise.

Erstmals würde ich in einem originalen japanischen Futon übernachten, also einer Schlafstelle, die täglich ausgerollt und nach dem Gebrauch wieder zusammengerollt wird, bestehend aus einer Tatami-Matte und einer dünnen Futonmatratze, darüber eine weiche Deckenunterlage Shiki-Buton und eine Überdecke Kake-Buton mit einem Polster, Makura genannt. Dazwischen waren Paravents aufgestellt. Wie überall in originalen japanischen Wohnbereichen war im Eingangsbereich penibel auf den Wechsel von Straßenschuhen zu Pantoffeln zu achten.

Kurz darauf begann ich Gora zu erkunden und gönnte mir köstliches Tempura in einem nahegelegenen Lokal. An Cafés und Souvenirläden vorbei, gelangte ich zu einem Fotomuseum mit tollen Aufnahmen des Fuji San.

© Clarissa_Smiles 2021-02-16

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