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#reiseerlebnisse#stadtbesichtigung#kyotoentdecken

Auf nach Kyoto

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Auf nach Kyoto | story.one

Mit einem zehntĂ€gigen Japan Rail Pass ausgestattet, besorgte ich mir mein Schnellzugticket samt Platzreservierung von Osaka nach Kyoto. An diese gut organisierten Warteschlangen-Rituale gewöhnt man sich rasch und lernt die legendĂ€re PĂŒnktlichkeit der japanischen ZĂŒge genießen. Ohne reservierten Sitzplatz bist du in Japan wie vogelfrei. Daher ist von einem solchen Experiment abzuraten.

Am Bahnhof von Kyoto hastete ich an Auslagen mit betörend schicken Klamotten vorbei zur Touristeninformation, die sowohl japanischen als auch auslĂ€ndischen GĂ€sten perfektes Service bietet. Gerade als Einzelreisender entwickelt man nahezu ein Suchtverhalten und steuert in jedem Ort als erste Anlaufstelle sofort ein solches InformationsbĂŒro an. Man kann nach Hotels und Beförderungsmitteln fragen, ergattert FahrplanauskĂŒnfte mit hilfreichen Handskizzen und kommt mit ĂŒbersichtlichen StadtplĂ€nen und jede Menge weiterem gewĂŒnschten Infomaterial wieder heraus.

Zwischen Karte und RealitĂ€t besteht immer ein Unterschied, jedenfalls fĂŒr Leute wie mich. Vor dem imposanten GebĂ€ude fand ich schließlich die richtige Schlange zum Bus, der ins Stadtzentrum fĂ€hrt. Diese kleinen Busse holtern und poltern heftig durch die Gegend. Man kann sich kaum festhalten. Mit meinen beiden GepĂ€cktaschen, so handlich sie auch waren, gelang es mir im dichten GedrĂ€nge nur mĂŒhsam, den Bus an meiner Ausstiegsstelle zu verlassen.

Da stand ich in einer nichtssagenden Gasse in einem banalen HĂ€usergewirr und begann schon zu argwöhnen, dass ich an diesem heißen 1. Oktober wohl verdurstet sein wĂŒrde, ehe ich zu meinem Hotel fand. Überraschung! Mithilfe der eingeringelten Darstellungen im Stadtplan entschloss ich mich auf gut GlĂŒck fĂŒr eine der beiden möglichen Richtungen, brauchte nur um die Ecke zu biegen und wenige Schritte weiter erblickt ich meine neue Bleibe, das Hotel Unizo Kyoto Shijo Karasuma.

Das Einchecken verlief stĂ€dtisch-nĂŒchtern und wie schon beim ersten Hotel wurde eine meiner beiden Kreditkarten akzeptiert und die andere nicht. Seltsamweise umgekehrt wie in Osaka. Es war beruhigend, mehrere Kreditkarten und genug Bares dabei zu haben.

Bewachte GepĂ€ckaufbewahrung im Hotel. Zeit fĂŒr eine Mittagspause. Dann ins dritte Stockwerk. Sofort helle Freude beim Betreten des Zimmers. GerĂ€umig genug, modern und komfortabel eingerichtet. Nach unseren europĂ€ischen Standards luxuriös. Der Verlockung, ein SchlĂ€fchen zu halten, widerstand ich wacker. Meine kostbare Zeit wollte fĂŒr Besichtigungen genutzt werden.

Mit meiner weinroten Tasche aus Osaka am RĂŒcken und der Canon-Kamera um den Hals zog ich zum alten Kaiserpalast, bewusst auf öffentliche Verkehrsmittel verzichtend. So lernt man eine Stadt weit besser kennen.

Ein GlĂŒck, dass ich auf keine Besichtigung des weitlĂ€ufigen Areals erpicht war. Es war bereits geschlossen. So umrundete ich es nur und genoss das goldene Abendlicht, das auf die ehrwĂŒrdigen BĂ€ume fiel.

© Clarissa_Smiles 2021-01-31

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