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Der Charme von Kyoto

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Der Charme von Kyoto | story.one

Es war schon Abend, als ich wieder in meinem Viertel unweit vom bekannten Nishiki-Markt eintraf. Nun interessierten mich nur noch eine kleine StĂ€rkung und ein wenig Herumschlendern. Offenbar befand ich mich im Zentrum mit noblen LĂ€den und Lokalen und, was fĂŒr ein himmlischer Zufall, mit einem riesigen Apple-Laden, Apple Kyoto. Das traf sich gut, weil ich eine kurze Frage hatte. Dies bedeutete einen Termin am nĂ€chsten Tag und der amerikanische Praktikant wollte, dass ich meinen Laptop mitbringe.

Wohlig ausgeschlafen begab ich mich am nĂ€chsten Morgen zum Apple Store und geriet in eine Warteschlange, die ich mir hĂ€tte ersparen können. Ein GlĂŒck, dass ich nochmals fragte. Mein Warten war augenblicklich vorbei. Mein Anwendungsproblem, eine Lappalie, war im Nu gelöst.

Der Nishiki-Markt, der als Lebensmittelmarkt der Superlative bekannt ist, befindet sich in nÀchster NÀhe von Apple Kyoto. So kam es, dass ich mit dem Laptop im Rucksack durch den Nishiki-Markt marschierte, an all den leckersten und optisch beeindruckenden kulinarischen Angeboten vorbei, aber auch an edlen Stoffen, Spielzeug und Musikalien.

An den Markt angrenzend entdeckte ich eine kleine, aber feine Tempelanlage und fotografierte viele Motive, die mich ansprangen. Am RĂŒckweg zum Hotel sah ich mich erstmals mit einem dieser Eulen- und KatzencafĂ©s konfrontiert, die viele Japaner so mögen, wagte mich aber nicht hinein.

Im Unizo-Hotel entledigte ich mich des Laptops. Das erhöhte meine Tageskilometerzahl und schmĂ€lerte meine Zeit, aber es machte Sinn. Mein Sportsgeist erwachte wieder. Einmal mehr verzichtete ich daher auf öffentliche Verkehrsmittel. Durch viele Gassen und Straßen, die völlig anderen Charakter hatten als die GeschĂ€ftsstraßen, wanderte ich nach SĂŒdosten, einem der HĂŒgel zustrebend, die Kyoto umgeben.

Als ich glĂŒcklich den Fluss Kamo ĂŒberquert hatte, wurde es mit der Orientierung leichter. Ich brauchte nur vielen weiteren FußgĂ€ngern folgen, die wie ich der Höhe zustrebten. Japanerinnen in Kimonos traten in Erscheinung. Immer mehr wurden es. Ein Indiz, dass der Weg zu einem Heiligtum fĂŒhrt. Bei der enormen Zahl der Tempel in und um Kyoto hatte ich einfach eine HauptsehenswĂŒrdigkeit herausgepickt, und zwar die buddhistische Tempelanlage Kiyomizu-dera.

Alles beeindruckte mich, die vielfĂ€ltigen, teils farbenprĂ€chtigen Bauten, der Panoramablick, die mĂ€chtige alte Terrasse, die GĂ€rten, das Leben und Treiben der japanischen Besucher, die Rituale, die ich miterlebte. Eine verschwindend kleine Schar westlicher AuslĂ€nder. Was fĂŒr GlĂŒcksmomente, ĂŒber die Stadt zu blicken, die mich innerhalb kĂŒrzester Zeit verzaubert hat.

FĂŒr den RĂŒckweg wĂ€hlte ich eine andere Route, genoss irgendwo ein Matcha-Eis, hielt kurze Rast, mochte die teils winkeligen Wege. Durch Viertel mit vielen BĂ€umen und zirpenden Grillen gelangte ich nach Gion, dem Stadtteil von Kyoto, in dem bis heute die uralte Tradition der Geishas fortgefĂŒhrt wird.

© Clarissa_Smiles 2021-02-02

Japan XPsReif fĂŒr die Insel

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