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In Nagano zum Zenko-Ji

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In Nagano zum Zenko-Ji | story.one

Nagano liegt im Bergland, eingebettet zwischen großen Nationalparks. Bei älteren Semestern weckt der Ort Erinnerungen an die 18. Olympischen Winterspiele im Jahr 1998. Die laut Wikipedia 772 Pistenkilometer waren für mich völlig bedeutungslos. Mein Ziel an diesem heißen Herbsttag waren mein Quartier und die Hauptsehenswürdigkeit dieser Stadt, der mächtigen Tempelanlage Zenko-Ji.

Vom Bahnhof zum Island Hotel sind es zum Glück nur 500 Meter, die ich angesichts meiner durchschnittlichen Tageskilometer als glimpflich empfand. Der erste Eindruck von dieser Stadt war ernüchternd, beinahe abweisend. Ich war mir dessen eingedenk, dass ich immer auf meinen Stationen immer nur ein ganz kleines Gebiet erforschen konnte, wodurch mir so mancher Liebreiz verborgen bliebe. Endlich der freundliche Hoteleingang, die eher nüchterne Rezeption, der Check-In, der Zimmerschlüssel.

Mit dem Lift zum Zimmer. Auf Anhieb ein unbehagliches Gefühl. Ein schmaler, nüchterner Raum. Etwas sagte mir, das ist nicht mein Zimmer. Ich möchte nur wieder raus. Zurück zur Rezeption und ein Versuch, mein Anliegen verständlich zu machen. Ich bot an, einen Aufpreis für ein größeres Zimmer zu zahlen. Darauf wurde nicht eingegangen. Dennoch war ich ein paar Minuten später in einem wesentlich größeren Zimmer. Dieses Entgegenkommen beschämte mich ein wenig. Herrlicher Ausblick.

Schon ein wenig routiniert, bepackte ich meinen Tagesrucksack und ließ mir an der Rezeption erklären, wie ich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Zenko-Ji gelange. Leider misslang es mir, diese Hinweise mit der Realität in Einklang zu bringen. Auch die Landkarte am Handy half nicht wirklich. Immerhin, die Richtung stimmte. Wieder ein langer Fussmarsch! Durch die Straßenschluchten lief ich ein Stückchen zu weit hügelauf und landete in winkeligen Gässchen. Zum Glück erhaschte ich die Aufmerksamkeit einer Japanerin. Ich stammelte etwas von “Zenko-Ji”. Sie deutete ein Stückchen nach unten. Von Ferne lachte mir der Tempel entgegen.

Tempel und Anlage sind eindrucksvoll. Beides genoss ich ausgiebig und ich ließ die erhabene Stimmung auf mich wirken. Nach einige Andenken-Fotos fand ich es ganz in Ordnung, gemächlich zu Fuß zurück zum Hotel zu schlendern.

Es war gegen Abend, als ich nochmals ausging. Nun entdeckte ich einen freundlichen Lebensmittelmarkt in einem Gebäude in Bahnhofsnähe und nahm dort eine Udon (gehaltvolle Suppe) ein. Auch andere Läden hatten offen und gaben dem Ort ein lebhaftes Gepräge.

Dann war der große Augenblick gekommen, das Wellness-Areal des Hotels zu entdecken. Im Hotelzimmer fand ich eine Yukata und Schlapfen vor. Mit ein wenig Bammel schlurfte ich zum Lift. Ein paar Stockwerke tiefer erwartete mich das Badeareal für Frauen. Hurra, ich war allein und machte mich ungestört mit dem Reinigungsritual und den sehr heißen Badetemperaturen vertraut. Eine Übung, die mir später in einem Onsen zugutekam. Das Baden war himmlisch!

© Clarissa_Smiles 2021-02-16

Japan XPsReif für die Insel

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