skip to main content

#soloreise#tokio#japanreise

Tokios Luxusmeile

  • 71
Tokios Luxusmeile | story.one

Tokio besteht aus 23 Bezirken unterschiedlicher Charakteristik, die jeweils ihr eigenes Zentrum haben. Also kann man sich das Leben in Tokio wie einen Aufenthalt in mehreren miteinander verbundenen GroßstĂ€dten vorstellen.

Mein Einstieg war anders als bei den meisten Touristen, also nicht im VergnĂŒgungsviertel Asakusa. Ich hatte den Bezirk Chuo erkoren, in dem sich der Stadtteil Ginza (wörtlich “SilberstĂ€tte”) befindet, dessen breite Hauptstraße nach westlichem Vorbild auf dem Reißbrett entstand. Von meinem komfortablen, in einer Parallelgasse befindlichen Dreisternhotel, das einem guten Viersternhotel bei uns entsprach, war ich im Nu in dieser Shoppingmeile fĂŒr die Reichen und Schönen.

Louis Vuitton, Cartier, Tiffany, Bulgari, Prada, Swarovski, Yamaha, vieles, was Rang und Namen hat, ist in der ChĆ«Ć-dƍri. Bei manchen GeschĂ€ften fĂŒhlte mich sich optisch nach Frankreich, England, Italien und Deutschland versetzt. In japanischen Prestige-Auslagen prunkten abstrahierte Tiger und schĂŒtzende farbenprĂ€chtige Drachen. Staunend fotografierte ich goldene Schuhe, mĂ€rchenhafte Luster, Leuchtreklamen und holografische Effekte. Louis Vuitton möchte wohl die jĂŒngere zahlungskrĂ€ftige KĂ€uferschichte mit Lasertechnik anlocken.

Ein Inspektionsgang durch die exquisiten RĂ€ume des Taschenherstellers war fĂŒr mich eine mittlere Mutprobe. An diesem Tag war ich zwar schick gekleidet, trug aber meine derben Laufschuhe dazu, eine schrĂ€ge Kombination. Ich hatte viel Geld bei mir und hĂ€tte mir locker eins dieser hochkreativen TĂ€schchen kaufen können, aber wozu?

Die einschĂ€tzenden Blicke der VerkĂ€ufer ließen bei mir ein klein wenig Grimm aufsteigen. Gerne umgebe ich mich mit Schönem. Arroganz in ĂŒberteuerten NobellĂ€den, vermutlich nichts als Bestandteil der Verkaufsstrategie, schreckt mich ab. Soziale Gedanken stiegen hoch.

Einige ModegeschĂ€fte durchstreift. Nichts fĂŒr mich. Mein Einkaufsbummel im Großstadtdschungel blieb eine reine Fotosafari.

Mittags bog ich in die umgebenden Nebengassen ein und streckte meine FĂŒhler nach einem preiswerten, aber guten und freundlichen Lokal aus. Das GlĂŒck war mir hold. Ich landete ausgezeichnet in einem schlichten Lokal. Noch heute lĂ€uft mir das Wasser im Mund zusammen, wenn ich die Fotos von diesem Essen sehe.

Den Umgang mit StĂ€bchen bin ich schon ĂŒbrigens schon lange gewohnt. Ich liebe die asiatische KĂŒche und vertrage sie besser als unsere Kost.

Die gĂ€ngigen Phrasen zur BegrĂŒĂŸung und Verabschiedung, vor dem Mahl und als Lob fĂŒr die KĂŒche kamen mir schon ganz gut ĂŒber die Lippen. Ein gutes GefĂŒhl.

FĂŒr Museumsbesuche war dieses erste Eintauchen in Tokio zu kurz. Aber das bekannte Kabuki-Theater “Kabukiza Theater”, das sich in der NĂ€he der Einkaufsmeile befindet, wollte ich finden. Ob ich spĂ€ter eine Vorstellung sehen wĂŒrde, lag in den Sternen. Das gegenĂŒber befindliche CafĂ© war unschwer als Treff der Theaterbesucher auszumachen. Eine köstliche Rast!

© Clarissa_Smiles 2021-02-24

Japan XPsReif fĂŒr die Insel

Kommentare

Gehöre zu den Ersten, die die Geschichte kommentieren

Jede*r Autor*in freut sich ĂŒber Feedback! Registriere dich kostenlos,
um einen Kommentar zu hinterlassen.