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FuckUp Story, Kündigung & Wirtschaftskrise

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FuckUp Story, Kündigung & Wirtschaftskrise | story.one

Als ich 2006, als eine der Ersten, den Studiengang „Design und Produktmanagement“ mit Auszeichnung abgeschlossen hatte, wollte ich so richtig durchstarten. Mein Plan ging sofort auf und ich fand mich nach mehrwöchigem Srilanka Urlaub als Junior Design Strategin in der coolsten aller Designagenturen wieder. Von meinem jugendlichen Feuer getrieben räumte ich meiner Arbeit die 1. Priorität ein, und zwar an allen 365 Tagen im Jahr.

Nach 4 Jahren Hamsterrad, zurück am Boden der Realität, musste ich mir mein Scheitern eingestehen.

Was ist schiefgelaufen: Ich habe mich karrieretechnisch 4 Jahre lang in Millimeterschritten vorwärts bewegt. Mein All-in Vertrag hat mir wenig Zeit zum Nachdenken und an arbeitsreichen Monaten den Stundensatz einer Reinigungskraft eingebracht. Besonders bitter waren hohe Überstundenanzahlen am Monatsende, die am Anfang des nächsten Monats nicht mehr zu existieren schienen. Das Schlimmste daran war aber noch nicht einmal das Finanzielle (ich lebte ja ohnehin quasi im Büro), sondern die immer größer werdende Selbstzweifel!

Besonders gut erinnere ich mich daran, dass ich mich gegen Ende dieser 4 Jahre, meiner Freiheit so massiv beraubt fühlte, als müsste ich täglich den Gang ins Gefängnis antreten. Dieses Gefühl hat mich später Jahre lang, im immer gleichen Alptraum verfolgt. 2009 fasste ich mir ein Herz und kündigte, trotz Finanzkrise, zum ersten Mal meinen Job. Erst beim 2. Anlauf Ende 2010 gelang es mir schlussendlich, mich vom Designhimmel für immer zu lösen.

Was habe ich falsch gemacht: Hier prallen vermutlich zwei bis drei Faktoren aufeinander die in Kombination, zu einem für mich, so über die Maßen prägenden Erlebnis führten!

1. Ich wollte den Erfolg in diesem Unternehmen viel zu sehr.

2. Meine zu idealistische Vorstellung vom Designhimmel.

3. Mein unerschütterlicher Glaube daran, dass ich alles tapfer, ohne Drama, übertauchen kann. Hinweis an alle ohne Geburtserfahrung: Diesen Glaubenssatz sollte man spätestens im Wehensturm ablegen, denn das IST tatsächlich ein Drama. Aber das ist eine andere Geschichte.

Was würde ich meinem jüngeren Ich heute raten: Wenn dir deine Arbeit über einen längeren Zeitraum mehr Energie nimmt als sie dir gibt oder dein Selbstwertgefühl Schaden nimmt, dann nimm deinen Hut und GEHE. Es sind alte Pfade. Genau das Gegenteil davon ist NEW WORK.

Was habe ich gelernt:Ich habe gelernt wie ich nicht leben und arbeiten möchte. Diese Erfahrung hat in mir eine massive Krise ausgelöst, die meinen weiteren beruflichen Weg mehr als alles andere geprägt hat. Als größtes Geschenk betrachte ich die Fähigkeit aufgestaute negativer Energie in schöpferische Energie umzuwandeln.

Wer bin ich durch diese Erfahrung geworden:Eine Frau mit langem Atem und Gründerin des NEW WORK Netzwerkes: COWORKINGSALZBURG. Mein Scheitern hat mich einen tief gehenden Blick auf mich selbst werfen lassen und schließlich 2020 zu unserem DO WHAT YOU LOVE Seminarangebot geführt.

© Coworking Salzburg 2020-12-31

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